Deutscher Krimipreis 2025

Andreas Pflüger und Lavie Tidhar gewinnen

2. Januar 2026
Redaktion Börsenblatt

Der Deutsche Krimipreis geht 2025 an Andreas Pflüger für "Kälter" und an Lavie Tidhar für "Adama". Die Jury hat sich für zwei Suhrkamp-Romane entschieden.

Collage: Buchcover der 6 nominierten Bücher beim Krimipreis

Collage: Buchcover der 6 nominierten Bücher beim Krimipreis

Preisträger:innen National

  • 1. Platz: Andreas Pflüger – "Kälter" (Suhrkamp)
    Thriller um eine Polizistin auf Amrum im Herbst 1989. Juror Alf Mayer bezeichnet Pflüger als "amtierenden Großmeister einer aussterbenden Literaturgattung – des Thrillers".
  • 2. Platz: Zoran Drvenkar – "Asa" (Suhrkamp)
    Die Heldin kehrt nach Jahren der Gefangenschaft zurück, um eine gewaltsame Tradition zu durchbrechen. Ulrich Noller (WDR) nennt den Roman "großartig inszeniert und herausragend gearbeitet".
  • 3. Platz: Susanne Tägder – "Die Farbe des Schattens" (Tropen)
    Spielt 1992 in Mecklenburg und beleuchtet den Fall eines verschwundenen Jungen vor dem Hintergrund der Nachwendezeit. Tobias Gohlis lobt die "präzise gesellschaftliche Beobachtung und atmosphärische Dichte".

Preisträger:innen International

  • 1. Platz: Lavie Tidhar – "Adama" (Suhrkamp, Ü: Conny Lösch)
    Ein Roman über eine ungarische Zionistin in Palästina nach 1946. Sylvia Staude (Frankfurter Rundschau) betont das "vielschichtige Porträt von Menschen, die in der Geschichte ihres Landes gehärtet wurden".
  • 2. Platz: Liz Moore – "Der Gott des Waldes" (C.H. Beck, Ü: Cornelius Hartz)
    Eine Sommergeschichte aus 1975 über das Verschwinden eines Mädchens in den Adirondack Mountains. Sonja Hartl (SWR) beschreibt das Buch als "vielschichtigen Spannungsroman über Machtmissbrauch und gesellschaftliche Dynamiken".
  • 3. Platz: Gustavo Faverón Patriau – "Unten leben" (Droschl, Ü: Manfred Gmeiner)
    Verknüpft politische Verbrechen in Südamerika mit postmoderner Erzählstruktur. Thomas Wörtche (Deutschlandfunk Kultur) nennt den Roman "ein Labyrinth aus Grausamkeit und Wahnsinn".

Mit dem Deutschen Krimipreis werden seit 1985 alljährlich Autorinnen und Autoren für Romane gewürdigt, in denen sie dem Genre literarisch gekonnt und inhaltlich originell neue Impulse geben.

Unter der organisatorischen Obhut des Bochumer Krimi Archivs hat die Jury aus Krimi-Kritiker:innen und Krimi-Buchhändler:innen die Neuerscheinungen des Jahres 2025 kritisch und unabhängig geprüft. 

Die Jury: Volker Albers (Hamburger Krimifestival) / Claudia Denker (Buchhandlung Chatwins, Berlin) / Monika Dobler (Krimibuchhandlung glatteis, München) / Christiane Dreiling (Buchladen Neusser Straße einzigundartig, Köln) / Joachim Feldmann (Kritiker) / Tobias Gohlis (Krimi-kolumnist Die ZEIT) / Sonja Hartl (Kritikerin) / Nele Hoffmann (Kritikerin) / Cornelia Hüppe (Krimibuchhandlung Miss Marple, Berlin) / Reinhard Jahn (Bochumer Krimi Archiv) / Christian Koch (Krimibuchhandlung Hammett, Berlin) / Alf Mayer (Kritiker CrimeMag) / Torsten Meinicke (Buchladen in der Osterstraße, Hamburg) / Ulrich Noller (Kulturjournalist) / Michaela Pelz (krimi-forum.de) / Thomas Przybilka (BoKAS) / Kirsten Reimers (Kritikerin) / Robert Schekulin (Kritiker, Buchhändler) / Jan Christian Schmidt (kaliber38.de) / Sylvia Staude (Frankfurter Rundschau) / Jutta Wilkesmann (Krimibuchhandlung Die Wendeltreppe, Frankfurt) / Thomas Wörtche (Kritiker)

Als Disclaimer teilt die Jury mit: "Die Kritiker:innen der Jury stimmen nicht für Titel, an deren Veröffentlichung sie aktiv beteiligt sind. Thomas Wörtche stimmt zudem ausdrücklich nicht für Titel des Suhrkamp Verlags."