Eine dritte Talkrunde, am zweiten Tag, befasste sich mit Einkauf und Remissionen. IGUV-Sprecherin Steffi Bieber-Geske hatte sich dafür Solvey Munk, Geschäftsführung Barsortiment Umbreit, und Sarah Natusch, Buchhandlung Hoffmann in Eutin, eingeladen. Munk führte aus, dass bei Umbreit für den Einkauf von Novitäten alle Informationen genutzt würden, die man vorliegen hat (Presse, Vormerker, Verlag, Autor:innen etc.). Zudem sei bei Bestellungen die Kompetenz des Einkäufers relevant. Jeden Morgen werden die Daten abgecheckt: "Wenn ein Einkäufer merkt, hier liege ich zu niedrig, dann wird nachbestellt." Buchhändlerin Sarah Natusch ist Mitglied der Nordbuch, die über ein Zentrallager von circa 10.000 Titeln verfügt. Darüber laufe viel. Und man arbeitet mit VLB-TIX. Wie sollten kleine Verlage Kontakt aufnehmen? Niemals telefonisch, lieber per Mail, so Natusch, die erläuterte: Jede aus dem Team würde eigene Warengruppe betreuen, und so könnten Mails gezielt verteilt werden. Bücher sollten nicht spontan geschickt werden, sondern per Mail zur Prüfung angeboten werden.
Zum Thema Remissionen bemerkte Munk, dass bei Umbreit die Disponenten einmal pro Jahr eine Bestandsaufnahme des Lagers machen. Bei Überbeständen frage man bei den Verlagen immer an, wie damit zu verfahren sei. Makulieren oder zurücksenden? "Makulation ist vom Ablauf einfacher, aber es ist völlig sinnlos zu vernichten, und dann später neu zu bestellen", betonte Munk. Daher brauche es Absprachen. Die Buchhandlung Hoffmann remittiert nach fünfeinhalb Monaten, bei Nordbuch gebe es eine Remissionsfrist von sechs Monaten. "Regionalliteratur schicken wir nicht zurück. Das gehört zum Norden, das müssen wir haben." Insgesamt würde sich Natusch längere Remissionszeiträume wünschen. Die Runde löste eine rege Diskussion aus, viele Fragen wurden aus dem Publikum gestellt – die Spanne reichte von Remissionsverfahren, über Auslistungen bis zur Meldenummer 17.
Insgesamt waren die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der IGUV-Jahrestagung 2026 sehr zufrieden mit dem Programm, das hörte man in Gesprächen immer wieder. Das war bestes analoges Community-Building. "Ich hoffe, wir sehen uns nächstes Jahr wieder", verabschiedete Steffi Bieber-Geske die Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Einige blieben gleich da, um die Fokustage des Börsenvereins am 11. und 12. Juni am gleichen Ort zu besuchen.