Börsenverein

Lothar Wekel führt Dreiländerverband

28. Juni 2021
von Sabine Cronau

Der Landesverband Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland hat digital getagt – und einen neuen Vorsitzenden: Lothar Wekel (Verlagshaus Römerweg) löst Barbara Jost (Kontrast Verlag) an der Verbandsspitze ab.

Porträtfoto Lothar Wekel

Lothar Wekel, Verlagshaus Römerweg

Bei der Videokonferenz am Montag, 28. Juni, ging es vor allem um formale Fragen wie Budgetplanung und Satzungsänderungen. Außerdem wählten die Mitglieder turnusgemäß den Vorstand.

Für den neuen Vorsitzenden Lothar Wekel stehen die Interessen der Mitglieder bei der Vorstandsarbeit an erster Stelle, wie er bei einer kleinen Vorstellungsrunde deutlich machte. Zweite Herzensangelegenheit ist für den Wiesbadener Verleger die Arbeit für das Buch: Es gehe darum, „das Buch begehrlich zu halten“ – erst recht in einer Zeit, in der es auch andere mediale Welten gebe.

Die Interessen der Mitglieder stehen für mich an erster Stelle. Zweite Herzensangelegenheit ist die Arbeit für das Buch.

Lothar Wekel, neuer Vorsitzender des Landesverbands Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland

Der neue Vorstand

Der frisch gewählte, neunköpfige Vorstand setzt sich aus neuen wie aus vertrauten Gesichtern zusammen.

Wiedergewählt wurden

  • Susanne Lux, Buchhandlung Nimmerland, Mainz (stellvertretende Vorsitzende)
  • Gerold Belzer, Quodlibet Buchhandlung, Neustadt an der Weinstraße
  • Anke Birk, Bücher König, Neunkirchen im Saarland
  • Martina Bollinger, Buchhandlung Bollinger, Oberursel und Buchhandlung Supp, Bad Homburg

Neu im Vorstand sind

  • Ulrike Henschel, Kommunal- und Schulverlag in Wiesbaden
  • Sven Nieder, Eifelbildverlag, Daun
  • Lisa Schumacher, Steinmetz‘sche Buchhandlung, Offenbach
  • Stefan Wirtz, Conte-Verlag, St. Ingbert
  • und Lothar Wekel, Verlagshaus Römerweg, als Vorsitzender
Bei der Videokonferenz

Videokonferenz des Dreiländerverbands - mit Barbara Jost (oben), Andrea Wolf (Mitte) und Anke Birk (unten)

Vor der Wahl zog die scheidende Vorsitzende Barbara Jost noch eine kurze Bilanz des zurückliegenden Corona-Jahres, das durch die unkomplizierten Videokonferenzen zu einer engeren Zusammenarbeit im Landesverband wie im gesamten Börsenverein geführt habe.

„Neuer Alltag, neue Tools“: So fasste auch Geschäftsführerin Andrea Wolf die zurückliegenden Monate zusammen. Dabei habe man beispielsweise gelernt, dass sich sogar der Vorlesewettbewerb digital auf die Bühne bringen lasse.

Bald werden sich die Buchhändler*innen und Verleger*innen des Dreiländerverbands hoffentlich wieder analog begegnen können. Die Mitglieder legten jedoch durch eine Satzungsänderung die Basis dafür, dass Online-Versammlungen künftig auch ohne Corona-Sonderregelung möglich sind: „Wir freuen uns auf die persönliche Begegnung, wollen aber das eine tun, ohne das andere zu lassen“, machte Andrea Wolf deutlich.

Ärger ums Schulbuchgeschäft

Neben der Finanz- und Budgetplanung des Landesverbands ging es bei dem Treffen um das Schulbuchgeschäft: Börsenvereinsjustiziar Christian Sprang erläuterte die Hintergründe einer Neuregelung, die für den Buchhandel in Rheinland-Pfalz sehr unerfreulich ist. Bislang konnten die Schulen und Kommunen dort noch ohne große Ausschreibung beim Buchhandel vor Ort einkaufen – „das war kein Haus- und Hof-Lieferantentum, aber die Aufträge konnten zumindest in Rheinland-Pfalz verbleiben“, so Christian Sprang.

Jetzt gibt es offenbar eine neue Verwaltungsvorschrift, nach der Schulbuchaufträge schon bei einem Volumen über 10.000 Euro ausgeschrieben werden müssen. Das könnte ab 2022 dazu führen, dass lokale Buchhandlungen in Rheinland-Pfalz nicht mehr so ohne Weiteres zum Zuge kommen.

Börsenvereinsvorsteherin Karin Schmidt-Friderichs, bei der digitalen Tagung ebenfalls dabei, hatte bereits ein Spitzengespräch mit der zuständigen Staatssekretärin – ohne Ergebnis. Der Börsenverein hofft, dass die politische Überzeugungsarbeit am Ende doch noch Früchte trägt.