Vorlesewettbewerb 2022

Die nächsten Runden stehen an!

1. März 2022
von Börsenblatt

Rund 480.000 Kinder an knapp 6.000 Schulen haben an der 63. Auflage des Vorlesewettbewerbs teilgenommen – nun stehen die 600 Kreissieger:innen fest. Für diese geht es jetzt in die nächsten Entscheidungsrunden, bis zum Bundesfinale am 21. Juni in Berlin.

Finalisten des Vorlesewettbewerbs 2021 bei der Generalprobe

Nach der ersten Runde, ziehen nun die 600 besten Vorleser:innen der Städte und Landkreise in die nächsten Entscheidungsrunden ein, teilt der Börsenverein mit. Bereits 2021 sei es gelungen, den Wettbewerb nach der Schulebene komplett digital stattfinden zu lassen, und auch in diesem Jahr wurden die Beiträge der Stadt- und Kreisentscheide als Videos eingereicht.

Bei der Anzahl der Teilnehmenden komme der Wettbewerb nahezu auf das Niveau eines Vor-Corona-Jahres und habe durch die erfolgreiche Umsetzung der digitalen Entscheide außerdem etwas Neues geschaffen, das von allen Beteiligten gut angenommen wurde, so der Börsenverein.

Alle Kreissieger:innen erhalten in diesem Jahr das Buch "Calypsos Irrfahrt" (Carlsen) von Cornelia Franz. Als Schulsieger:innenbuch 2022 wurde "Das Universum ist verdammt groß und supermystisch" (Beltz) von Lisa Krusche ausgewählt und an die Gewinner:innen verschickt.

Die weiteren Preisbücher auf Bezirk-, Landes- und Bundesebene werden im Laufe des Frühjahrs bestimmt.

Das Bundesfinale findet am 21. Juni 2022 in Berlin live in den Studios des rbb statt.

 

"Erschreckender Zustand der Lesefähigkeit"

Die größte Leseförderungsaktion Deutschlands findet 2022 zum 63. Mal statt – und sei nötiger denn je. Denn die "Pandemie verstärkt den erschreckenden Zustand der Lesefähigkeit", erklärt der Börsenverein als Veranstalter.

Die Pisa-Studie kam 2018 zu dem Ergebnis, dass jeder und jede fünfte 15-Jährige nicht richtig lesen kann. In Zeiten von Schulschließungen und Heimunterricht habe sich die Lage noch verschärft:

  • Die hamburgweite Lernstandsuntersuchung "Kermit 3" aus 2021 zeigte, dass die Gruppe der leseschwachen Kinder unter Drittklässler:innen um mindestens 11 Prozent gewachsen ist.
  • Zudem liest laut der Vorlesestudie 2020 ein Drittel der Eltern ihren Kindern nie oder selten vor. So begleite eine mangelnde Lesekompetenz viele Kinder und Jugendliche durch ihre gesamte Schulzeit und belastet den Eintritt in ihr späteres Berufsleben erheblich.

Lesen können bleibe aber eine der wichtigsten Grundlagen unserer Gesellschaft und sei essentiell für den demokratischen Zusammenhalt. An dieser Stelle setze der Vorlesewettbewerb an.

Über den Vorlesewettbewerb

1959 von Erich Kästner mitbegründet, ist der jährlich stattfindende Vorlesewettbewerb die bundesweit größte Leseförderungsaktion und einer der größten Schülerwettbewerbe Deutschlands. Die Aktion möchte Kinder mit Literatur vertraut machen – und das in einem Alter, in dem sich ihre Vorlieben verstärkt herausbilden und das Interesse am Lesen oftmals verloren geht.

Der Vorlesewettbewerb wird von der Stiftung Buchkultur und Leseförderung des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels veranstaltet und steht unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten. Der Wettbewerb wird gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Auch in diesem Jahr unterstützen darüber hinaus vier Sparda-Regionalbanken die Aktion.

Die jährlich rund 600 regionalen Wettbewerbe werden von Buchhandlungen, Bibliotheken, Schulen oder anderen kulturellen Einrichtungen organisiert und ehrenamtlich durchgeführt.

Weitere Informationen:

Aktuelles zum 63. Vorlesewettbewerb sowie alle Infos, Termine und Teilnehmerschulen sind auf der Internetseite www.vorlesewettbewerb.de zu finden.