CSD Frankfurt 2026

"Es wird wieder wichtiger, Flagge zu zeigen"

20. Juli 2026
Thomas Koch, Börsenverein

Rund um Pride Month und Christopher Street Day hat die Börsenvereinsgruppe wieder ein Zeichen für Vielfalt und Toleranz gesetzt - mit dem zweiten literarischen "Pride Apéro" im Haus des Buches und einem bunten Fest am Rande der CSD-Demo durch Frankfurt. 

Eine Gruppe feiernder Menschen mit Regenbogen-Outfits vor dem Haus des Buches in Frankfurt.

Der Börsenverein feiert mit Freund:innen die CSD-Demo vor dem Haus des Buches. 

Sebastian Guggolz spricht auf dem Podium.

Wie können Bücher dabei helfen sich selbst und einander besser zu verstehen?

Menschen im Publikum lächeln.

Das Publikum beim zweiten Pride Apéro im Frankfurter Haus des Buches

Sebastian Guggolz, Timon Gremmels, Thomas Koch und Armin Wühle.

Das Podium: Minister Timon Gremmels, Sebastian Guggolz, Thomas Koch und Autor Armin Wühle.

Armin Wühle liest vor.

Autor Armin Wühle liest aus "Mala Visión".

Ausgehend davon diskutierten Minister Timon Gremmels, Börsenvereins-Vorsteher Sebastian Guggolz und Armin Wühle moderiert von Börsenvereins-Pressesprecher Thomas Koch darüber, wie Literatur dabei helfen kann, sich selbst und andere neu zu verstehen – und was Politik und Buchbranche tun können, damit unterschiedliche Lebensgeschichten ihren Platz in Gesellschaft und Branche finden. 

In der Diskussion wurde deutlich, dass queere Themen auf dem Buchmarkt eine wachsende Rolle spielen – sowohl bei Verlagen mit dezidiert queerem Programm als auch bei großen Publikumsverlagen. Gerade kleine Verlage stünden aber, so Sebastian Guggolz, wirtschaftlich zunehmend unter Druck, weshalb der Verband seit langem eine strukturelle Förderung fordere. Minister Timon Gremmels betonte, dass es in einer Zeit zunehmenden Populismus und eines rechtskonservativen Backlash wieder wichtiger werde, Flagge zu zeigen und das Wort zu ergreifen, gerade auch für ihn als Politiker. 

Drei Menschen lachen und unterhalten sich.
Timon Gremmels

Minister Timon Gremmels

#PrideBuch

Armin Wühle, der auch im Netzwerk der "Queer Media Society" (QMS) aktiv ist, betonte die Wichtigkeit von Aktionen wie #PrideBuch, die die QMS seit einigen Jahren mit der Börsenvereinsgruppe und Bloggenden durchführt, für die Sichtbarkeit queerer Themen in der Buchbranche. Die jährliche Empfehlungsliste soll Inspiration für die Beschäftigung mit queerer Literatur geben. Sie wurde in diesem Jahr von den Bloggenden Alyssa Badur (@le.lyssa), Johannes Bullinger (@queerinliterature), Katja Anton Cronauer (@transfabel), Aşkın-Hayat Doğan (@ask_h_dogan) und Malu von Marschall (@malu.von.marschall) zusammengestellt. Hunderte Buchhandlungen bestellten in diesem Jahr wieder Plakate und Postkarten, um das Thema in ihrer Buchhandlung aufzugreifen. Viele Verlage posteten in Social Media ihre queeren Buchempfehlungen. 

CSD-Fest am Samstag

Am Samstag kamen Kolleg:innen der Börsenvereinsgruppe und aus der Buchbranche mit Freund:innen und Bekannten vor dem Haus des Buches zusammen, um gemeinsam die CSD-Demo zu verfolgen. Die Demo passiert jedes Jahr direkt den Sitz der Börsenvereinsgruppe. Seit 2002 zeigt die Gruppe dort aktiv Flagge – mit Regenbogenflaggen an der Fassade, dem Verteilen von Postkarten mit queeren Buchtipps und einem bunten Fest.

Anne-Mette Noack und Sebastian Guggolz.
Menschen vor dem Haus des Buches bei der CSD-Demo in Frankfurt.
Eine Frau fächert sich mit einem Regenbogen-Fächer Luft zu.
Eine Gruppe von Menschen feiert vor dem Haus des Buches.
Menschen vor dem Haus des Buches.
Menschen vor dem Haus des Buches.