creativeSHIFT: Update zum Projekt der Börsenvereinsgruppe

Linecheck: Europas Kreativindustrie vernetzt sich

30. November 2021
von Börsenblatt

Das Projekt creativeSHIFT will frische Ideen für Europas Kreativbranche entwickeln. Erste Ergebnisse wurden jetzt in Mailand vorgestellt, beim Musikfestival »Linecheck«.

von Clara Seger

Linecheck-Bühne in Mailand

Auf der "Linecheck-"-Bühne in Mailand: Sarah Paraiso, Music Innovation Hub (links) und Simone Lippold vom Börsenverein, die das Projekt creativeSHIFT leitet

Filme, Musik, Computerspiele, Bücher: Europas Kreativbranche hat viel zu bieten – und rückt enger zusammen. Dafür sorgt das EU-weite, branchenübergreifende Projekt creativeSHIFT, im März 2020 ins Leben gerufen und von der EU-Kommission mitfinanziert.

Stefanie Perk vom Börsenverein

Stefanie Perk vom Börsenverein, Mitglied im creativeSHIFT-Komitee

Matchmaking ist der Schlüssel, um innovative Ideen in den Kreativbranchen zu entwickeln.

Stefanie Perk, Börsenverein

Das Projekt, bei dem die Börsenvereinsgruppe Regie führt, stellte sich jetzt vom 23. bis zum 25. November in Mailand vor – bei »Linecheck«, einem Mix aus Musikfestival und Fachtagung. Für den Börsenverein unter anderem mit dabei: Projektleiterin Simone Lippold und Stefanie Perk vom creative-SHIFT-Komitee. »Matchmaking ist der Schlüssel, um innovative Ideen in den Kreativbranchen zu entwickeln«, meint Stefanie Perk – und genau das ist ein Kerngedanke hinter creativeSHIFT.

Mariam Draeger, Film- und Musikproduzentin

Mariam Draeger, Film- und Musikproduzentin

Die vielen Überschneidungen zwischen den Kreativbranchen haben mich überrascht.

Mariam Draeger

»In den Bereichen Innovation und Politik teilen wir viele Probleme mit anderen Kreativsektoren«: So bringt Enrico Turrin vom europäischen Verlegerverband Federation of European Publishers die Erkenntnis auf den Punkt, die zur Gründung von creativeSHIFT geführt hat. Es geht um europaweite Vernetzung, um Erfahrungsaustausch und politische Interessenvertretung, um das Teilen von Best-Practice-Beispielen und die gemeinsame Weiterentwicklung von Ideen.

»Die vielen Überschneidungen zwischen den verschiedenen Branchen haben mich überrascht. Gleichzeitig habe ich festgestellt, dass erfolgreiche Geschäftsmodelle der einen Branche zwar nicht immer eins zu eins auf andere Kreativbranchen übertragen werden können, jedoch Entwicklungen in anderen Branchen anstoßen können«, so formulierte es die Film- und Musikproduzentin Mariam Draeger in Mailand.

Unter dem Dach von creativeSHIFT gibt es Arbeitsgruppen und Teilprojekte, die in Mailand erste Ergebnisse vorstellten. Dazu gehören:

  • ein Tool für Kreativprojekte, um den eigenen Businessplan zu evaluieren und diesen fit für die Finanzierung zu machen. Details unter mycreativefinancingevaluation.Media-Deals.org,
  • ein erster Ansatz in Richtung einer Matchmaking-Plattform, die Kreativprojekte mit Geldgebern / Geschäftspartnern zusammenbringen soll,
  • ein branchenübergreifender Kreativ-Jam »creativeBONDS« für Young Professionals und Kreative, der bei »Linecheck« als Prototyp stattfand.
Simone Lippold, Börsenverein

Simone Lippold, Projektleiterin creativeSHIFT

Nur gemeinsam als Content- und Kreativbranche können wir diese herausfordernden Zeiten bestehen.

Simone Lippold

Was kann die Buchwelt von anderen Kreativbranchen lernen? Dazu hat Projektleiterin Simone Lippold ein Fazit aus Mailand mitgebracht: »Keine Angst vor Veränderung und kross-sektoraler Zusammenarbeit. Sie birgt immer neue Möglichkeiten.« Das Projekt creativeSHIFT versucht, diese für alle zu heben, denn, so Lippold: »Nur gemeinsam als Content- und Kreativbranche können wir diese herausfordernden Zeiten bestehen.«

Merlijn Poolman, "Night Mayor" im niederländischen Groningen und Gründer der Cosimo Foundation

Merlijn Poolman, "Night Mayor" im niederländischen Groningen und Gründer der Cosimo Foundation

Die größte Herausforderung für die Umsetzung von innovativen Ideen? Das richtige Team zusammen zu bringen - mehr noch als die richtige Finanzierung.

Merlijn Poolman, Night Mayor in Groningen
Logo creativeSHIFT

Details zum Projekt

Was ist creativeSHIFT?

  • Das Projekt bringt Gleichgesinnte aus der europäischen Kreativbranche zusammen – darunter Start-ups, Spieleentwickler, Verlage, Autor*innen, Künstler*innen, Festivals, Filmproduktionsfirmen, Investor*innen.  Gemeinsam wollen sie ein vielfältiges, florierendes, innovatives Ökosystems der Kreativbranche in der EU formen.
  • creativeSHIFT, von der EU-Kommission kofinanziert, wurde im März 2020 ins Leben gerufen, auch dank der Unterstützung von Christian Ehler und Sabine Verheyen,  beide Mitglied im EU-Parlament. Die sieben Gründungspartner: Börsenvereinsgruppe, European Music Council, Federation of European Publishers, Media Deals, MEDIAPRO, Music Innovation Hub, SpielFabrique.
  • Ziel ist es, voneinander zu lernen und Innovationen für die gesamte Kreativbranche in Europa weiterzuentwickeln.
  • Details unter creativeshift.eu/about-us
  • Ein ausführliches Interview mit Simone Lippold über creativeSHIFT lesen Sie hier.

What‘s next?

  • Die creativeSHIFT Community hat in den vergangenen eineinhalb Jahren viele Projekte angestoßen. Dazu gehört das große Thema Nachhaltigkeit. Die Gruppe Sustainability sucht noch nach engagierten Mitgliedern, die sich mit Nachhaltigkeitsfragen in der europäischen Kultur- und Content-Branche beschäftigen wollen – etwa mit der Entwicklung eines branchenweit einsetzbaren Nachhaltigkeits-Guides. Interessierte können sich gerne melden (E-Mail: creativeshift@boev.de).
Messestand creativeSHIFT

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