DNB Leipzig

Weimer stoppt Erweiterungsbau der Nationalbibliothek – Kritik vom Börsenverein

13. März 2026
Redaktion Börsenblatt

Der BKM hat sich gegen die Realisierung eines geplanten Erweiterungsbaus der Deutschen Nationalbibliothek in Leipzig entschieden. Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels kritisiert die "völlig falsche Entscheidung" und den Grund, der dafür angeführt wird. 

Peter Kraus vom Cleff

Peter Kraus vom Cleff

Der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien möchte laut einer Pressemitteilung der Deutschen Nationalbibliothek (DNB) den geplanten Erweiterungsbau der Deutschen Nationalbibliothek in Leipzig nicht mehr durchführen. Als Gründe führt der Kulturstaatsminister laut DNB an, dass die langfristige Sammlung physischer Medien nicht mehr zeitgemäß sei und die Deutsche Nationalbibliothek sich stärker auf die digitale Sammlung konzentrieren solle.

Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels, der die Deutsche Nationalbibliothek 1912 mitgegründet hat, kritisiert das Vorgehen entschieden.

Peter Kraus vom Cleff, Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins, sagt: "Der Stopp des lange, sorgfältig und kostenbewusst geplanten Erweiterungsbaus der Deutschen Nationalbibliothek ist eine völlig falsche Entscheidung. Die Deutsche Nationalbibliothek gewährleistet mit ihrem Sammelauftrag die für das kulturelle Gedächtnis essenzielle Überlieferung von Büchern und Medien. Eine Modernisierung des gesetzlich verankerten Sammelauftrags im Sinne des Bürokratieabbaus begrüßen wir; diese kann aber nicht durch den handstreichartigen Stopp eines bereits geplanten und dringend nötigen Erweiterungsbaus aus Kostengründen erfolgen, sondern durch eine Prüfung des Auftrags der DNB und eine mögliche Änderung auf dem vom Gesetz vorgegebenen Weg. Eine Überarbeitung des Sammelauftrags darf in jedem Fall nicht dazu führen, dass nur noch Medien in digitaler Form archiviert werden. Das gedruckte Buch ist ein Kulturgut und als beständige und langlebige Form der Wissensübermittlung unabdingbar."

Hintergrund:

Seit 2018 wurde das Bauprojekt von der Deutschen Nationalbibliothek in enger Abstimmung mit der/dem Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien sowie dem Sächsischen Staatsministerium der Finanzen geplant. Nach einem europaweiten Architekturwettbewerb erhielt Anfang 2025 das Dresdner Architekturbüro CODE UNIQUE Architekten den Zuschlag. Im August 2025 lag ein abgestimmtes Planungskonzept vor.

Die Bestände würden kontinuierlich wachsen, schreibt die DNB in ihrer oben erwähnten Pressemitteilung: Täglich würden rund 13.100 neue Medienwerke in der Deutschen Nationalbibliothek eingehen, darunter etwa 3.300 analoge und 9.800 digitale Publikationen. Wie angesichts der nahezu ausgeschöpften Magazinflächen in Leipzig künftig mit den Beständen verfahren werden könne, werde derzeit geprüft. Fest stehe jedoch, dass auch alternative Lösungen zusätzliche Kosten verursachen werden – zusätzlich zu den rund sieben Millionen Euro, die bereits in die Planung des Bauprojekts investiert wurden.