Der gebürtige Leipziger führt das Geschäft seit fünf Jahren. Doch trotz aller Bemühungen steht der Betrieb in der Kreisstadt nun nach einem katastrophalen Weihnachtsgeschäft vor existenziellen Problemen. "Eigentlich renne ich seit fünf Jahren der Null hinterher", so Hartung selbstkritisch zur SZ. Er räumt ein, nicht frei von Fehlern zu sein, betont aber die strukturellen Herausforderungen: kein Personal, keine Mittagspause und immer größere finanzielle und bürokratische Lasten – etwa durch Nachzahlungsforderungen der Krankenkasse.
Zudem sorge auch der demografische Wandel für eine schrumpfende Kundschaft: "Unsere Kundinnen und Kunden sind vorwiegend sehr lebenserfahren. Und es kommt nichts nach, bei den Jungen fehlt wahrscheinlich das Bewusstsein." Dass Maßnahmen wie der inzwischen abgeschaffte Kulturpass und mangelnde Unterstützung für Kleinunternehmen die Situation verschärfen, kritisiert Hartung scharf: "Obwohl ich Verantwortung übernehme, Arbeitsplätze und eine kulturelle Einrichtung biete, werde ich nicht vertreten, sondern getreten."