Buchhändler*innen dringend gesucht!
Fachpersonal im Buchhandel wird knapp. Die Zahl der Bewerber*innen auf offene Stellen sinkt dramatisch, die Fluktuation ist mancherorts groß. Es mangelt zudem an qualifiziertem Nachwuchs. Sechs Beispiele.
Fachpersonal im Buchhandel wird knapp. Die Zahl der Bewerber*innen auf offene Stellen sinkt dramatisch, die Fluktuation ist mancherorts groß. Es mangelt zudem an qualifiziertem Nachwuchs. Sechs Beispiele.
»Wir suchen Verstärkung!«, ruft es einem von der Website der Bücherinsel in Dieburg entgegen. In der südhessischen Kleinstadt sind rund 15 000 Menschen zu Hause. Die Buchhandlung samt angeschlossenem Café versteht sich als einer der kulturellen Mittelpunkte im Ort, bietet ein breit gefächertes Veranstaltungs-programm und wurde schon vielfach ausgezeichnet, unter anderem in diesem Jahr zum dritten Mal mit dem Deutschen Buchhandlungspreis. Inhaberin Claudia Kleene bereitet trotzdem etwas großes Kopfzerbrechen: »Zwei unserer Vollzeitkräfte gehen weg. Super Leute, die zum Teil seit vielen Jahren bei uns sind und uns mit ihren besonderen Qualifikationen fehlen werden.«
Meiner Meinung nach gibt es drei Stellschrauben, die schon längst bekannt sind:
* Erhöhung der Erträge durch bessere Margen (für kleine und mittlere Buchhandlungen) -> Thema "Rabattspreizung". Spannend fände ich, wenn nicht nur der Verkaufspreis sondern auch der Einkaufspreis für alle Buchhandlungen / Filialisten / Amazon ... identisch wäre und auf WKZ und ähnliches komplett verzichtet wird. Somit könnte man höhere Margen für die Kleinen / Mittleren auf Kosten der Großen realisieren. Gleiche Spielregeln für alle Marktteilnehmer ;->
* Erhöhung der Erträge durch höhere Buchpreise
* Erhöhung der Erträge durch mehr Umsatz. Betrachtet man den Gesamtumsatz ist der Anteil der Direktverkäufe durch die Verlage gewaltig, dieser Umsatz fehlt letztendlich im Buchhandel. Die Vor- und Nachteile sind bekannt (bspw. laut Börsenblatt "wenn eine Buchhandlung schließt wird nur ca. 50% des vorherigen Umsatzes durch andere Kanäle kompensiert", Impulskäufe fallen weg ...), nichtsdestrotrotz macht man weiter wie bisher und hofft das Ganze irgendwie "auszusitzen".
Tja, da scheint der Fachkräftemangel aber selber gemacht zu sein!
Und was für eine Diskriminierung - das sollte mal über Menschen verschiedener Hautfarbe, Religion oder sexueller Orientierung gesagt werden.
Stichwort Zielgruppe: Wer kauft denn schwerpunktmäßig noch in der Buchhandlung - wohl eher nicht die YouTube- und TikTok-Generation.
Langfristige Arbeitsverträge gibt es übrigens nicht - nur befristete und unbefristete, jeweils mit entsprechender Kündigungsfrist. Und gerade ältere MitarbeiterInnen neigen eher weniger zum Stellenwechsel als jüngere Menschen, die sich noch ausprobieren wollen.
Künftig kann und darf das Alter bei der Bewerberauswahl keine Rolle spielen, denn die Alterspyramide schlägt langsam aber sich auf dem Arbeitsmarkt durch.