Der kleine Buchladen ist schick, bunt, einladend. "Niedrigschwellig" soll das Angebot sein, wie Hallermann erläutert. Busladungen von Schüler:innen steigen mittags am Bahnhof um, sie sollen sich hier aufhalten können – "ohne Kaufzwang", betont die Buchhändlerin. Im Obergeschoss warten Jugendbücher und Sofas auf sie. Das Logo und das moderne Design hat ein Freund der neuen Inhaberinnen gestaltet, Freundinnen haben die Außenwand mit "Badges" geschmückt, das Team – bestehend aus vier Mitarbeiterinnen, die übernommen wurden, und den beiden Inhaberinnen – hat gemeinsam gestrichen. "Das war coole Gemeinschaftsarbeit", blickt Hallermann zurück. Teamwork wird von Stunde null an groß geschrieben. "Wir müssen nicht Chefinnen spielen", erklärt Hallermann. Darum trägt die Buchhandlung auch nicht ihren Namen. Bei der Buchauswahl reden alle mit – und weil niemand "vom Fach" ist, gibt es auch keine Berührungsängste bei Themen wie Warenwirtschaft, Abrechnung, Schulbuchgeschäft.
Mit Zahlen sind die beiden neuen Inhaberinnen ohnehin vertraut, Stefanie Hallermann ist Umweltingenieurin, Annika Beinvogl Geophysikerin. "Heute kümmere ich mich um geistigen Hochwasserschutz", scherzt Hallermann. Gesellschaftliche und Umweltthemen, englischsprachige Bücher und Feminismus bekommen bei momo & frieda eine Bühne – "wir wollen unsere Kund:innen auch mit Themen konfrontieren", sagt sie.