Warum ein "Winterschlaf"? "Nach dem Weihnachtsgeschäft brauche ich auf jeden Fall ein bisschen Zeit zum Ausruhen", lautet eine Antwort. Als längste Pause nennt eine Buchhandlung den Zeitraum vom 24. Dezember (Mittags) bis in die zweite Januarwoche. Aber man sei spätestens im Januar wieder "im Laden für Inventur, Weihnachtsdekoration abbauen und neu dekorieren, Remissionen vorbereiten und wir versuchen so viele Vertretergespräche wie möglich in diesen Zeitraum zu legen (...)". Während die Kunden also denken würden "wir hätten einen schönen langen Urlaub, arbeiten wir also – nur eben ohne Kundenbetrieb im Laden".
"Ich glaube, dass es viele Kundinnen und Kunden tatsächlich schätzen, dass nicht immer alles erreichbar oder geöffnet ist. Viele empfinden es als heilsam in unserer Überflussgesellschaft. Aber die Auszeit sollte durchaus gut angekündigt und für alle verständlich kommuniziert werden", weist eine Stimme – wie etliche andere auch – auf einen besonders wichtigen Aspekt bei einem "Winterschlaf" hin. Eine andere Buchhandlung schreibt: "Wir informieren unsere Kund:innen ab Dezember darüber, dass die Buchhandlung vom 24.12. – 6.1. geschlossen bleibt. Unsere Stammkundschaft hat dafür Verständnis".
Eine weitere Buchhandlung bestätigt das: "In den fast zwanzig Jahren des Bestehens unserer Stadtteilbuchhandlung machen wir stets nach Weihnachten Betriebsferien und öffnen – je nachdem wie die Arbeitstage liegen – rund um den 6. Januar wieder. Unsere Kund:innen können das ganz überwiegend nachvollziehen und haben sich längst daran gewöhnt. Ich bin der festen Überzeugung, dass der Erholungseffekt für mich und das gesamte Team weitaus höher einzuschätzen ist als die entgangenen Umsätze."
Aber auch wirtschaftliche Gründe spielen eine Rolle: "Da wir aus Kostengründen mit immer weniger Personal auskommen müssen ist es schlicht notwendig, Betriebsferien zu machen, um die Urlaubszeiten zu realisieren."
Manche überlegen, künftig eine Pause einzulegen: "Ich habe die Buchhandlung seit zwei Jahren und der Umsatz nach dem 1. Januar war ziemlich mau, so dass ich überlege, 2027 zwischen Neujahr und die Drei-Könige für die paar Tage zu schließen." Viele seien weg oder haben Bücher zu Weihnachten bekommen und der Bedarf sei nach den Feiertagen nicht groß. Eine Buchhandlung würde sich eine Pause nach dem Weihnachtsgeschäft dringend wünschen, aber es geht nicht: "Durch unsere Lage direkt am Aachener Dom mit sehr viel Touristen auch nach den Feiertagen bleibt uns leider keine Möglichkeit zu schließen". Wäre man in einer Nebenlage, würde man es sofort tun. Amazon wäre sicher kein Grund, den Laden aufzulassen.