"Die Lesebar denkt laut. Ein Raum, eine Stadt, viele Perspektiven": So heißt das neue Veranstaltungsformat, das den politischen Diskurs nicht nur denen überlassen soll, die ohnehin immer laut sind. "In der Lesebar möchten wir einen ständigen offenen Raum schaffen, in dem Menschen aus Ochsenhausen nicht übereinander sprechen – sondern miteinander. Über Themen, die viele bewegen. Über Fragen, die nicht in 30 Sekunden beantwortet sind. Über Unterschiede, die ausgehalten werden müssen": So heißt es im Flyer zur Reihe. Klingt gut, aber wie sieht das in der Praxis aus?
Pat Götz hatte die Idee für die Treffen, die nahezu wöchentlich stattfinden. Um "Grüppchenbildung" zu vermeiden und wechselnden Gästen die Teilnahme zu ermöglichen, gibt es keinen festen Wochentag dafür, sondern rollierende Termine von Montag bis Freitag. Im Schnitt kommen 30 bis 45 Teilnehmer. Sie verteilen sich auf acht Tische, die im Veranstaltungskeller der Buchhandlung und oben im Laden bereitstehen. "Paare und Freunde werden auseinandergesetzt", so Pat Götz energisch. Denn es geht ja um den Austausch mit anderen – nicht mit denen, die man ohnehin schon kennt.
Zur Begrüßung gibt es für jeden Gast einen Zettel mit passenden Zitaten zum Thema. Außerdem bereiten die Buchhändlerinnen immer eine Einführung ins Thema vor. Danach beginnt der 90 Minuten lange Austausch, ein "Unterhaltungsspeiseplan" auf den Tischen sorgt mit ein paar Fragen für Gesprächsimpulse: "Viele bleiben am Ende sitzen und reden weiter." Die Altersstruktur der Gäste liegt bei 50 plus.