"Ernst nehmen ist sehr wichtig"
Nicht mehr Kind, aber auch noch nicht jugendlich – die Zielgruppe zwölf plus ist für Buchhändler*innen eine Herausforderung. Wie gehen sie mit den Pre-Teens um?
Nicht mehr Kind, aber auch noch nicht jugendlich – die Zielgruppe zwölf plus ist für Buchhändler*innen eine Herausforderung. Wie gehen sie mit den Pre-Teens um?
Zwölf Jahre – das kann sehr Unterschiedliches bedeuten. Wir fragen erwachsene Buchkäufer*innen dann auch erst, wo die Leser*innen stehen: Sind sie noch kindlich oder schon pubertär?
Wenn die Kids selbst zu uns kommen, geht eine Frage gar nicht: »Kann ich dir helfen?« Damit fühlen sie sich nicht ernst genommen, schließlich brauchen sie keine Hilfe. Wir fragen deshalb, ob sie sich umschauen wollen oder ob wir etwas erzählen sollen. Auf jeden Fall lassen wir sie in Ruhe, wenn sie das wollen.
Unserer Erfahrung nach wird es eher ab 14 schwierig, wenn es deutlicher in die Pubertät geht und die schulischen Belastungen zunehmen. Zwölf geht bei uns noch sehr gut – und da ist unser Vorlesewettbewerb für sechste Klassen ein Weg, um Kids für das Lesen zu interessieren. Seitdem wir ihn nicht mehr nachmittags veranstalten, sondern am frühen Abend, kommen die Väter mit. So ist es deutlich entspannter und sportlicher und macht großen Spaß. Oder der Welttag des Buchs mit fünften Klassen, also mit Zehn- und Elfjährigen. Wir achten darauf, dass wir auch für diejenigen dekorieren, die wenig lesen, ganz einfache Dinge wie »Spring in eine Pfütze«: Damit sie Lust haben, auch mit 12, 13, 14 wiederzukommen.