Safae el Khannoussi entwirft keinen linearen Plot, sondern ein literarisches Geflecht aus Stimmen, Zeiten und Perspektiven. Sehr nah kommt uns von Anfang an Hind el Arian, eine junge Frau, die sich in Amsterdam mit Gelegenheitsarbeiten über Wasser hält und beauftragt wird, Salomés verlassenes Haus zu hüten – tastend, neugierig, selbst eine Figur zwischen Herkunft und Ankunft, zwischen Dazugehören und Fremdsein. Sie stößt in Salomés Haus auf verborgene, auch verstörende Räume – und in ihnen auf Spuren eines fremden Lebens.
Geschichten verschachteln sich, Figuren treten auf und verschwinden wieder, Orte erzählen von Hoffnung, Gewalt und Imagination. Europa ist hier kein administratives Projekt, sondern ein Ort der Erfahrung – als Kontinent der Durchreisenden, der Verletzten, der Suchenden.