Buchhandlung Lesezeichen, Lauterbach

Richtig viel Aufmerksamkeit für 300 Euro

11. Januar 2022
von Sabine van Endert

Was ein Excel-Kurs alles bringen kann: Die Buchhandlung Lesezeichen hat damit ein ganz besonderes Jubiläum errechnet - und mit wenig Geld viel Aufmerksamkeit erhalten. Interview über eine Fortbildung und die Folgen. 

Im Zentrum der guten Wünsche: Buchhändlerin Gerlinde Becker

10.000 Tage Buchhandlung Lesezeichen in Lauterbach – wie sind Sie denn auf diese schöne Rechnung gekommen?
Ich habe an einer Excel-Schulung teilgenommen. Andere Menschen rechnen dann die Tage bis zum Ruhestand aus oder die Tage der Ehe... Ich habe mal die Selbstständigkeit nachgerechnet. Dabei bin ich auf 9.750 Tage  gekommen und habe mal geschaut, wann denn der 10.000 Tag ist - 31. Dezember! Da war ich dann doch überrascht. Unglaublich, aber wahr! Da musste ich einfach etwas draus machen. 

Daraus ist dann der Flyer mit begleitender Wunderkerze geworden. Haben Sie die Flyer und Wunderkerzen Ihren Kunden mitgegeben oder verschickt?
Vor allem jedem Kunden in die Hand gedrückt, aber auch als Weihnachtskarten-Ersatz oder Gruß verschickt, jeweils mit einer oder zwei Wunderkerzen. Da hatte ich immer auch gleich eine Geschichte zu erzählen. Die Kunden waren alle begeistert. 

Wie hoch war die Auflage?
1.000 Stück und 1.400 Wunderkerzen. Ich hatte selbst an Silvester leider keine mehr :-((  Ich hätte mehr organisieren können. 

Was hat Sie die kleine Dankes-Aktion gekostet?
Flyer 103 Euro und ein kleiner Betrag für die Grafik, die Wunderkerzen 120 Euro, also vielleicht 300 Euro zusammen. 

Wie haben Ihre Kunden reagiert? 
Alle waren begeistert, haben Fotos in der Silvester-Nacht geschickt und reden seit Tagen mit mir über ihre guten Wünsche an uns. Der Bürgermeister von Lauterbach war auch da und hat mir einen Brief und eine Flasche Wein in die Hand gedrückt, obwohl er gar keine Wunderkerze bekommen hat. Er hat es nur in der Zeitung gelesen. "Endlich mal wieder etwas Positives", haben meine Kunden gesagt!  Und natürlich waren am 31. Dezember viele da, um zu gratulieren. Wir haben Sekt, selbstgebackenen Kuchen, Blumen und vieles mehr bekommen. 

Und zum Schluss: Wie ist Ihre Buchhandlung bisher durch die Pandemie gekommen? 
Sehr gut! Durch viel persönlichen Einsatz und viel Arbeit! Persönlich war mir alles zu viel, weil doch so einiges an einem selbst hängen bleibt. Aber es hat sich gelohnt. Die Zahlen sind gut und ganz Lauterbach spricht über uns. Wir haben ein Fenster zur Straße geöffnet und verkaufen auch weiterhin über das Fenster. Die Menschen loben uns immer für unsere tollen Ideen. Das gibt Kraft für die nächsten 10.000 Tage.