Wie Nicole Kalenda für den "Merkur" berichtet, hat die traditionsreiche Buchhandlung Kohler ihren Geschäftsbetrieb in den Filialen Planegg und Gräfelfing (nahe München) eingestellt. Nach Angaben von Geschäftsführer Wolfgang Kohler ist das Unternehmen nicht mehr liquide; ob ein Insolvenzantrag gestellt werden muss, soll sich in den kommenden Tagen entscheiden.
Die Buchhandlung besteht seit 1862 und wurde zuletzt in vierter Generation geführt. In den beiden Würmtaler Filialen arbeiteten rund elf Mitarbeitende, insgesamt beschäftigte Kohler rund 20 Mitarbeitende. Entlassungen habe es bis zuletzt nicht gegeben. "Um die Mannschaft tut's mir am meisten leid", sagte Kohler dem Merkur.
Als Gründe für das Aus nennt Kohler ein Bündel struktureller Faktoren: weniger Buchkäufer:innen, verändertes Freizeitverhalten von Kund:innen, allgemeine Kaufzurückhaltung sowie standortspezifische Probleme. In Gräfelfing habe insbesondere die seit 2023 laufende Bürgerhaus-Sanierung die Sichtbarkeit und Frequenz massiv beeinträchtigt. In Planegg habe zudem der Wegfall benachbarter Gastronomie als Frequenzbringer geschadet. Die Mieten seien dagegen "fair" gewesen, so Kohler.
Der Online-Shop der Buchhandlung ist weiterhin erreichbar, der Versand erfolgt über einen Großhändler.