Standortveränderung

Was tun, wenn die Buch­handlung einem Supermarkt weichen soll?

17. November 2025
Christina Busse

Dieser Frage musste sich Nicole Bettermann in Wewer stellen. Sie handelte rasch und hatte Glück: Jetzt plant sie für 2026 einen kompletten Rundum-Start.

Buchhandlung Nicolibri, Borchen

Besteht seit 2013: die zweite Nicolibri-Filiale in Borchen.

Es war ein Schock: Eine Woche vor Weihnachten 2024, mitten im größten Trubel, flatterte Nicole Bettermann die Kündigung auf den Tisch. Das Haus, in dem sie vor 20 Jahren ihre erste Buchhandlung eröffnet und damit den Grundstein für ihr inzwischen vier Standorte umfassendes Unternehmen gelegt hatte, sollte abgerissen werden. In den Plänen für den Neubau kam ihre Buchhandlung nicht mehr vor. Stattdessen sollte auf der Fläche ein benachbarter Supermarkt erweitert werden. 
Wie findet man eine neue Bleibe in Wewer, einem gut 7.000 Seelen zählenden Örtchen am Rande ­Paderborns? Gar nicht so leicht. "Denn die Lage ist einfach alles. Sie ist extremst wichtig", schildert Bettermann die herausfordernde Situation. Die geplante Feier zum Jubiläum blies sie ab.

Schon bei der Eröffnung des Stammhauses war ihr klar, dass sie ihrer Kundschaft zwei Dinge bieten muss, damit das Geschäft wirtschaftlich auf sicheren Beinen stehen kann: Gut sichtbar und für den schnellen Einkauf bequem erreichbar muss es sein, gleichzeitig Kaufanreize über ein lokal angepasstes Sortiment bieten. "Eine reine Buchhandlung würde nicht funktionieren – der Mix muss passen." Von Kinderspielzeug, Puzzle und Papeterie über Wein, Kaffee, Tee und Schokolade bis zu Veranstaltungs­tickets brauche es etwas, das das Sortiment abrundet. "Auch Kunden, die nur eine Glückwunschkarte kaufen, sind als Umsatzbringer wichtig."

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