Fachbuchhandel

Wie sich der Markt verändert hat

14. April 2026
Stephan Eppinger und Guido Heyn

Auch wenn vieles im Fachmedienbereich ins Digitale abgewandert ist, gibt es sie noch, die Fachbuchhandlungen. Mit welchen unterschiedlichen ­Strategien sie zukunftsfähig bleiben wollen, zeigt unsere Umfrage.

Stephanus Buchhandlung in Karlsruhe

Stephanus-Buchhandlung in Karlsruhe.

Jörg Mattusch, Metzlersche Buchhandlung Karlsruhe

Beim Fachbuch hat sich die Nachfrage bei uns gemischt entwickelt. Im Onlinebereich, also bei der Vermittlung von Datenbanken, ist die Nachfrage ungebrochen stark. Beim gedruckten Fachbuch geht sie dagegen kontinuierlich zurück. Der Wendepunkt kam in der Corona-Zeit, in der sich Rechtsanwälte und Ämter verstärkt online orientiert haben. Früher hatten wir etwa einen Anteil an digitalen Medien von 20 Prozent, heute sind es rund 50 Prozent. Gefragt sind im Printbereich weiter die Klassiker und Loseblattwerke wie bei den Themen Recht und Steuern. Digital profitieren können wir, indem wir die Zugänge zu Datenbanken oder Online-Ausgaben von Fachzeitschriften an unsere Kunden vermitteln. Allerdings gibt es auch Kunden, die das direkt bei den Verlagen oder nur über das Internet mit den entsprechenden Anbietern abwickeln. Die Zukunft liegt hier für den Fachbuchhandel klar im In­ternet, wobei auch die Hoffnung da ist, dass der Printbereich noch weiter bestehen bleibt und man zu­dem von der Vermittlung von exklusiven Zugängen zu digitalen Angeboten noch als Fachbuchhändler profitieren kann.
 

Jörg Mattusch

Jörg Mattusch

Gaby Schäfers

Gaby Schäfers

Gaby Schäfers, Fachbuchhandlung Gaby Schäfers

Wir sind keine reine Fachbuchhandlung, sondern wir hatten immer schon auch Belletristik. Aber da es mit Fachbüchern ja jetzt gerade nicht steil bergauf geht, muss ich halt gucken, wie ich die Buchhandlung hier noch weiter über Wasser halte. Etwa mit vemehrten Veranstaltungen mit Buchvorstellungen. Die Nachfrage nach Fach­büchern hat in der Tat extrem nachgelassen, aber sie werden immer noch nachgefragt. Da wir hier im Oberlandesgericht sitzen, haben wir nur juristische da. Am besten nachgefragt werden bei mir etwa der zweijährig erscheinende Zöller ZPO von Otto Schmidt und der damalige Palandt, jetzt Grüneberg. Und auch von Beck gibt es noch so ein paar Titel, die einmal im Jahr kommen. Jetzt zum Beispiel ganz neu das Einkommensteuergesetz. Was bei mir natürlich auch auf jeden Fall noch verkauft wird, das sind die Skripte für Referen­dar:innen. Unser Glück ist immer noch, dass wir Bibliotheken beliefern. Das wird auch nicht leichter, weil auch deren Budgets schrumpfen. Und ich versuche die Kontakte zu Kanzleien und Rechtsanwälten, Rechtsanwältinnen zu pflegen, die dann bei Bedarf wissen, dass sie hierher kommen können. Und es gibt doch die einen und anderen Verlage, die das Digitale auch über uns als Buchhandel laufen lassen, und dann sind wir immer noch zwischengeschaltet, genauso wie bei den Zeitschriftenabos auch. Das ist auch zurückgegangen, da die Inhalte jetzt zum Teil digitalisiert werden. Wir sind nicht bei allen Verlagen und nicht überall dabei. Die Margen sind jetzt natürlich nicht riesig, aber es ist halt immer noch etwas, das auch noch läuft. 

Mit Börsenblatt Plus ins Branchengeschehen eintauchen

Sie wollen diesen B+-Artikel weiterlesen?
Nutzen Sie unsere B+-Angebote ab 5 €/Monat:.

Mit B+ haben Sie Zugriff auf alle Plus-Artikel sowie auf das aktuelle E⁠-⁠Paper und das Heft-Archiv seit 2019.

Börsenvereinsmitglieder und Abonnierende des Print-Heftes können B+⁠-⁠Inhalte ohne zusätzliche Kosten nutzen. Mehr dazu hier.

Um B+ zu abonnieren/nutzen, müssen Sie sich bei Börsenblatt Online registrieren.