Omikron-Welle: Wie wappnet sich der Buchhandel?

"Wir schützen das Team - und hoffen, dass es reicht"

18. Januar 2022
von Börsenblatt

Die Omikron-Welle rollt durchs Land. Wie sorgen Buchhandlungen dafür, dass die Ladentür geöffnet bleiben kann? Und wie kommt die FFP2-Maskenpflicht in Baden-Württemberg an? Vier Buchhändler:innen berichten.

Sabine Hunzinger, Buchhandlung am Markt, Bad Urach:

Sabine Hunzinger

"Wir sind eine sehr kleine Buchhandlung, ich habe nur eine Mitarbeiterin. Wenn eine von uns eine Omikron-Infektion erwischen würde, müssten wir wohl den Laden schließen. Aber wir sind beide geboostert und tragen FFP2-Masken. So hoffen wir, dass wir gut durchkommen.

Zum Glück gibt es auch bei den Kunden wegen der neuen Pflicht zum Tragen von FFP2-Masken keinerlei Probleme oder Diskussionen. Die sind schwäbisch diszipliniert – sie tragen die richtige Maske und halten schon beim Reinkommen Impfnachweis und Personalausweis in der Hand. Zur Not haben wir auch neue FFP-Masken vorrätig."

Sabine Kratt, Buchhandlung Klein, Rottweil:

Sabina Kratt

"Bei uns gibt es derzeit noch keine geteilten Teams. Die Überlegungen sind aber durchaus da, damit wir im Notfall weiterarbeiten können. Ansonsten haben wir umfangreiche Vorkehrungen zum Schutz des Teams, das zum Großteil geboostert ist, und der Kunden getroffen.

Seit Herbst 2020 haben wir ein Luftfiltergerät im Laden, wir tragen alle FFP2-Masken, lassen uns regelmäßig testen und versuchen interne Besprechungen so kurz wie möglich zu halten. Bei der FFP2-Maskenpflicht für Kunden, die in Baden-Württemberg seit knapp einer Woche gilt, haben wir bislang keine Probleme. Unsere Kunden sind da sehr vernünftig. Am ersten Tag gab es noch vereinzelt Kunden ohne die vorgeschriebene Maske, inzwischen tragen alle die FFP2-Masken und zur Not hätten wir auch entsprechende Masken vorrätig."

Jan Orthey, Lünebuch, Lüneburg:

Jan Orthey, Lünebuch

Wir arbeiten bereits seit zwei Jahren mit verschiedenen Kohorten.

"Wir haben schon lange ein sehr ausgeklügeltes und auch strenges Hygienekonzept – sodass wir aktuell nicht weiter verschärfen mussten. Wir arbeiten bereits seit zwei Jahren mit verschiedenen Kohorten, sodass sich Mitarbeiter der verschiedenen Schichten und Gruppen möglichst nicht begegnen.

Das gilt in unserem Haupthaus auch für die vier Etagen mit den Verkaufsräumen und den Büros. Dort hat jede Etage seit Beginn der Pandemie einen eigenen, teils neu geschaffenen Pausenraum. Notfallpläne für mögliche Aushilfen gibt es nicht, da wir hier mit ausgebildeten Buchhändlern arbeiten. Wir haben keine B-Mannschaft im Keller versteckt. Wir tun also sehr viel für den Schutz des Teams und hoffen, dass dies ausreichend ist."

Gudrun Heine, Buchhandlung Heine, Verden:

"Aufteilen können wir das Team leider nicht, weil wir nur zu dritt im Laden sind. Ich bin am meisten vor Ort. Wir sind aber nie alle gleichzeitig im Laden und wissen wer, wann mit wem zusammengekommen ist. Die anderen beiden Kolleginnen treffen sich, wenn nötig, nur sehr kurz zur Übergabe, die aber auch häufiger kontaktlos über Whats App erfolgt. Ansonsten sind wir alle geboostert und tragen alle FFP2-Masken.

Seit anderthalb Jahren gibt es auch eine Abtrennung an der Kasse sowie weitere Hygieneregeln wie die Händedesinfektion und das Abstandhalten. Da mussten wir aktuell nichts verschärfen."