Ultra Comix in Nürnberg

"Wir sterben nicht aus"

19. März 2026
Jule Heer

Comicladen, Antiquariat, Galerie: Mit Ultra Comix bespielen Stefan und Ulrich Trautner mittlerweile drei Standorte in Nürnberg. Als sie 1990 auf 30 Quadratmetern starteten, hätten sie sich das nicht träumen lassen.

Ultra Comix in Nürnberg

Auch kurz vor Ladenschluss ist hier noch was los: Ultra Comix in Nürnberg.

Es ist kurz vor Ladenschluss, das gelbe Schild mit der Aufschrift "Ultra Comix" an der Fassade der Vorderen Sterngasse 2 leuchtet im Dunkeln, immer wieder bleiben Menschen vor den ­großen Schaufenstern stehen oder betreten ungeachtet der Uhrzeit noch den Laden.

Auf der etwa 700 Quadratmeter großen Verkaufsfläche des Nürnberger Comicbuchladens erwartet die Kund:innen ein breites Angebot an Comics, Manga und Büchern aus den Genres Science-Fiction und Fantasy. Außerdem gibt es Sammel­kartenspiele, Brett- und Rollenspiele, Merchandise-Produkte. 

Begonnen hat die Geschichte von Ultra Comix vor über 35 Jahren als reines Comic-Antiquariat – und mit 670 Quadratmetern weniger. "Ich habe schon als Kind Comics gesammelt", erzählt Ulrich Trautner. "Und mit 14 oder 15 war ich auf meiner ersten Comicbörse." Beim Besuch der Buchmesse 1989 entstand dann die Idee, ein eigenes Ladengeschäft zu eröffnen. Zusammen mit seinem Bruder Stefan Trautner kalkulierte er alles durch und schon im Folgejahr setzten die Brüder das Vorhaben in die Tat um. Vieles war damals noch anders als heute: ­Comics waren ein reines Männer­thema, im Laden wurde geraucht, beide Brüder hatten noch andere Verpflichtungen – Schule und Zivildienst, schließlich Studium.

Die richtigen Entscheidungen

Im Laufe der Jahre folgten mehrere Umzüge, die Zusammenlegung mit einem Spieleladen, der Start einer Filiale in Erlangen. 2018 kam das Antiquariat K1 in der Klaragasse 1 dazu, 2022 eröffnete die Galerie G5 in der Grasersgasse 5, die Comic-­Kunst im Original präsentiert. Und weil sich das alles zu zweit kaum stemmen lässt, ist seit 2005 Stefan Will als dritter Geschäftsführer mit an Bord.

Hätten sich die Trautners in der Gründungsphse so eine Entwicklung träumen lassen? "Logisch", sagt Stefan Trautner – und lacht. So etwas sei kaum vorherzusehen. "Ich glaube, wir haben einfach wenig falsch gemacht. Wir haben oft aus dem Bauch heraus zur richtigen Zeit die richtigen Entscheidungen getroffen." Die Brüder haben ein gutes Gespür für aufziehende Trends – und geben neuen Produktgruppen eine Chance, sich zu etablieren. In der Regel hat das Neue zwei Jahre Zeit, um sich im größten Comicladen der Stadt zu behaupten. So nahm Ultra Comix beispielsweise auch Romance- und New-Adult-Titel ins Sortiment – um dann die Erfahrung zu machen: "Die Zielgruppe ist sehr Thalia-­affin. Wir erreichen sie nur schwer", erklärt Ulrich Trautner. 

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