Gastspiel von Carola Markwa

Zur Nachahmung empfohlen

10. September 2021
von Börsenblatt

Carola Markwa, ehemalige Geschäftsführerin des Landesverbands Nord, zeigt sich beeindruckt von der Branche in Bremen. Hier wird erfahrbar, was zu erreichen ist, wenn ohne Neid für den gemeinsamen Erfolg gearbeitet wird, schreibt sie. 

Carola Markwa

Der 1. Bremer Buchhandlungspreis, die 4. Bremer Literaturnacht „Bremen liest!“ und die 3. Bremer Büchermeile der Buchhandlung Storm: Von 2. bis 4. September 2021 waren Autoren/Innen, Buchhandlungen und Verlage sichtbar und mitten in der Stadt Bremen zu erleben! Ich bin immer noch so beeindruckt - das habe ich so geballt bisher selten erlebt.

Begonnen hat alles mit der ersten Verleihung des Bremer Buchhandlungspreises. Die Jury hat die vielen Bewerbungen der Bremer Buchhandlungen gesichtet und sich für die Buchhandlung Otto und Sohn entschieden: Martin Mader hat sich im immer schwieriger werdenden Umfeld in Vegesack, durch Zuzug eines Filialisten 2015, nicht entmutigen lassen! Mit seinem Team hat er die Vegesacker an seine Buchhandlung gebunden mit einer Vielzahl von Aktivitäten. Während der Pandemie hat er vor allem durch ungewöhnliche Multimedia-Aktivitäten auf sich aufmerksam gemacht.

Mit der 4. Bremer Literaturnacht „Bremen liest!“ wurden auf einer literarischen Tour durch zehn Stadtteile mit 18 teilnehmenden Buchhandlungen, zwei Bibliotheken und fünf Open Air Bühnen über 50 lesende Bremer Autoren und Autorinnen sichtbar. Die Aktion „Bremen liest!“ ist als Idee auf einem der Bremer Regionaltreffen entstanden, zuerst initiiert von Irene Nehen und Anne v. Bestenbostel, vom Landesverband Nord zwei- bis dreimal pro Jahr angeboten. Die offene Atmosphäre, der kollegiale Austausch hat ganz viel ermöglicht, was nur gemeinsam machbar ist. Mit Gabriele Becker vom Wellenschlag Verlagskontor und Jens Laloire vom Bremer Literatur Kontor gibt es zwei Köpfe, die Organisation, Programm und Finanzierung auf die Beine stellen. Mit Bremen zwei und dem Weser Kurier ist für Aufmerksamkeit gesorgt und durch die Unterstützung der örtlichen Politik wird das Programm jedes Jahr größer und umfangreicher.

Was mich aber richtig verblüfft hat, ist die von Alexandra Rempe und ihrem Team der Buchhandlung Storm organisierte 3. Bremer Büchermeile. Am 4. September wurde zwischen 11.00 und 18.00 Uhr vor allem den Independent-Verlagen und ihren Autoren/Autorinnen eine große Bühne bereitet. Über 40 Verlage aus Deutschland und Österreich luden in der Langenstraße zum Flanieren, Bummeln, Schmökern und Einkaufen ein. Auf Open Air-Bühnen mitten in der Stadt lockten 20 Lesungen, vom Debütroman über Lyrik und Exil-Literatur bis zum Programm für Kinder. Die Vielfalt der Literatur wurde sichtbar und für die Bremer mitten in der Stadt zum Erleben ohne Hemmschwelle präsentiert. Die Organisation dieses Programms mit allen Details von Technik, Auf- und Abbau, Betreuung der Verlage und Gäste: Hut ab vor dieser Leistung!

Hier wird erfahrbar, was zu erreichen ist, wenn gemeinsam und ohne Neid auf den Erfolg einzelner für die Sache gearbeitet wird.

Carola Markwa

Was ist daran so besonders? Hier wird erfahrbar, was zu erreichen ist, wenn gemeinsam und ohne Neid auf den Erfolg einzelner für die Sache gearbeitet wird. Beeindruckend anzusehen, wie in der Politik sowohl die CDU-Fraktion als auch der Senator für Kultur (SPD) und hier im besonderen Alexandra Tacke, Leiterin des zuständigen Referats, zusammen mit Gabriele Becker, Jens Laloire, Alexandra Rempe, Volker Petri und allen Kolleginnen und Kollegen einen riesigen Schritt für die Sichtbarkeit der Literatur und der handelnden Personen in der Buchbranche in Bremen erreicht hat.

Chapeau, ich verneige mich vor dieser herausragenden Leistung. Und diese Erfolgsgeschichte ist noch nicht zu Ende.