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Carlsen gegen OpenAI: Warum der Verlag klagt

26. August 2026
Redaktion Börsenblatt

Im Interview mit der "ZEIT" erklärt Carlsen-Verlegerin Sandra Harzer-Kux, warum der Verlag gegen OpenAI klagt.

Sandra Harzer-Kux

Carlsen-Verlegerin Sandra Harzer-Kux: "Mit dieser Klage treten wir entschieden für die Rechte von Marc-Uwe Kling und Astrid Henn sowie die des Verlags ein, gegen die ganz eindeutig verstoßen wird."

Warum Carlsen gegen OpenAI klagt

Im Interview mit der "ZEIT" erklärt Carlsen-Verlegerin Sandra Harzer-Kux, warum der Verlag gemeinsam mit Autor Marc-Uwe Kling und Illustratorin Astrid Henn gegen OpenAI klagt. Bei Tests habe ChatGPT Geschichten und Illustrationen zum "NEINhorn" erzeugt, die dem Original sehr ähnlich seien – inklusive Autorennamen, Verlagslogo und ISBN. Carlsen geht deshalb davon aus, dass geschützte Texte und Bilder ohne Zustimmung der Rechteinhaber in das KI-Modell eingeflossen und dort abrufbar geblieben sind.

Harzer-Kux betont, es gehe nicht allein um eine mögliche Schadensersatzzahlung. Der Verlag strebe vor allem ein Grundsatzurteil an: Geschützte Werke sollen nach seiner Auffassung nur mit Einverständnis der Rechteinhaber für das Training von KI-Modellen genutzt werden dürfen. Außerdem müsse OpenAI Verantwortung übernehmen, Auskunft erteilen und gegebenenfalls entstandenen Schaden ausgleichen.

Als größeres Haus sehen wir uns in der Verantwortung, voranzugehen.

Sandra Harzer-Kux, Carlsen-Verlegerin

Weitere Klagen könnten folgen

Dass die Klage am Landgericht München eingereicht wurde, ist kein Zufall, sondern eine bewusste Entscheidung des Verlags gewesen – denn die Kammer ist bereits mit einer ähnlichen Klage von Penguin Random House gegen OpenAI beschäftigt, bei der es um den kleinen Drachen Kokosnuss geht.

Welche Rolle die Unterstützung der Bonnier-Gruppe spielt und weshalb Carlsen weitere rechtliche Schritte nicht ausschließt, erläutert Harzer-Kux im Gespräch ebenfalls.

Es ist wichtig, deutlich zu machen, dass es sich hier nicht um einen Einzelfall handelt, sondern um ein branchenweites Problem.

Sandra Harzer-Kux, Carlsen-Verlegerin