KI trifft Kunstbuch

Chatten mit Franz Marc: das Hirmer-Projekt "True Size of Art"

26. Oktober 2026
Sabine Cronau

Gute-Nacht-Geschichte oder Rapsong, Texte in einfacher Sprache oder auf Japanisch: Mit einer KI-Anwendung will der Hirmer Verlag ganz neue Zugänge zur Kunst eröffnen. Das Premierenprojekt widmet sich dem "Blauen Reiter" Franz Marc - und war auf der Frankfurter Buchmesse zu besichtigen.

Franz Marc-Bild am Hirmer-Stand

Kunstkletterer: Franz Marc-Figur am Hirmer-Stand auf der Buchmesse

"Hallo, ich bin Franz": Ein junger Mann wendet den Kopf lächelnd in die Kamera. Franz - das ist der Maler Franz Marc, Mitglied der legendären Künstlervereinigung "Blauer Reiter". In einem neuen KI-Projekt, dass der Hirmer Verlag auf der Frankfurter Buchmesse präsentiert hat, kann sich das Museumspublikum mit ihm via Chatbot unterhalten. 

Wer die browserbasierte Anwendung öffnet, sieht zunächst ein schwarz-weißes Porträtfoto, das als Video animiert wurde. Danach öffnet sich ein Dialogfeld, mit dem Nutzer:innen Fragen an den Künstler stellen können. Wer nicht so recht weiß, was er fragen soll, dem hilft der Chatbot mit Vorschlägen auf die Sprünge: "Man muss nicht in den Dialog gehen - aber man kann", erläutert Kerstin Ludolph, Verlegerin des Münchner Kunstbuchverlags. 

Ob Franz dann auch auf alle Fragen Antworten liefert? Das kommt darauf an. Denn der Datenpool, auf den der Chatbot zugreifen kann, ist laut Verlag klar eingegrenzt: Hinterlegt sind ausgewählte Informationen, darunter die Biografie von Brigitte Roßbeck, Schriften des Künstlers oder Texte des Franz Marc Museums in Kochel am See, mit dem das Pilotprojekt entwickelt wurde. Das bedeutet, dass die Antworten fachlich korrekt sind und Halluzinationen vermieden werden: "Findet der Chatbot keine Informationen zu einer Frage, dann gibt er das offen zu", erläutert Kerstin Ludolph.