Zwei Übersetzungen ausgezeichnet

Christian Hansen erhält den Straelener Übersetzerpreis

26. August 2026
Redaktion Börsenblatt

Christian Hansen erhält den Straelener Übersetzerpreis 2026 für seine Übertragung von César Airas "Der Hase". Wiebke Stoldt wird mit dem Förderpreis ausgezeichnet.

Collage von Christian Hansen und Wiebke Stoldt

Christian Hansen (rechts) und Wiebke Stoldt (links)

Für "Der Hase"

Wie die Kunststiftung NRW mitteilt, geht der Straelener Übersetzerpreis 2026 an Christian Hansen. Er wird für seine Übertragung von César Airas Roman "Der Hase" aus dem argentinischen Spanisch ausgezeichnet. Der Hauptpreis ist mit 25.000 Euro dotiert und würdigt besonders Hansens übersetzerisches Gesamtwerk. Den mit 5.000 Euro dotierten Förderpreis erhält Wiebke Stoldt für ihre Übertragung von Maria Judite de Carvalhos Roman "Leere Schränke" aus dem Portugiesischen.

Die Jurybegründung

In ihrer Begründung würdigt die Jury Hansens Übertragung als "sprühend erfinderisch". Sie bewahre "die Lakonie des Originals, dessen Schärfe und feinen Humor". Hansens "Expertise und Leidenschaft" hätten maßgeblich dazu beigetragen, "die ästhetische Vielfalt der hispanoamerikanischen Literatur für ein deutschsprachiges Publikum erfahrbar zu machen".

Christian Hansen wurde 1962 in Köln geboren und übersetzt aus dem Spanischen. Zu den von ihm übertragenen Autor:innen zählen unter anderem César Aira, Selva Almada, Roberto Bolaño, Julio Cortázar, Alan Pauls und Sergio Pitol. Im Wintersemester 2016/17 war er August Wilhelm von Schlegel-Gastprofessor für Poetik der Übersetzung am Peter Szondi-Institut der Freien Universität Berlin. Hansen lebt und arbeitet in Berlin und Madrid.

Förderpreis für Stoldt

Wiebke Stoldt wuchs in der Nähe von Hamburg auf und studierte Übersetzung an der Pariser Sorbonne. Sie arbeitet als Übersetzerin aus dem Portugiesischen, Französischen, Spanischen und Englischen ins Deutsche. "Leere Schränke" ist laut PM ihre erste literarische Übersetzung.

Die Jury bezeichnet das Buch als "in jeder Hinsicht eindrucksvolles Debüt". Die Übersetzung verlange "Schöpfungstiefe und Sich-Zurücknehmen zugleich". Dieser Spagat sei Stoldt "überzeugend gelungen".

Die Preisverleihung findet am 19. November im Europäischen Übersetzer-Kollegium Straelen statt. Der Preis wird jährlich in Kooperation mit dem Europäischen Übersetzer-Kollegium in Straelen vergeben.