Pressefreiheit

PEN fordert Freilassung von Julian Assange

21. April 2022
von Börsenblatt

Das deutsche PEN-Zentrum missbilligt die Entscheidung eines Londoner Gerichts, Julian Assanges Auslieferung an die USA zu ermöglichen, und fordert die sofortige und bedingungslose Freilassung seines Ehrenmitglieds.

Julian Assange verlässt nach einer Anhörung im Januar 2020 den Westminster Magistrates Court in London

Eine Auslieferung des WikiLeaks-Gründers Julian Assange an die USA wäre ein schwerer Schlag gegen die Pressefreiheit, mit weitreichenden Folgen für investigativen Journalismus in aller Welt, so das deutsche PEN-Zentrum in einer Pressemitteilung. "Julian Assange hat keine Verbrechen begangen, er hat dazu beigetragen, welche aufzudecken – und dafür bis heute mit elf Jahren Unfreiheit bezahlt", so PEN-Präsident Deniz Yücel.

Zuletzt hatte das deutsche PEN-Zentrum im Januar dieses Jahres Annalena Baerbock öffentlich daran erinnert, dass sie sich als Oppositionspolitikerin für Assanges Freilassung ausgesprochen hatte, und sie dazu aufgefordert, als Außenministerin dieses Engagement fortzusetzen. Im Fall einer Auslieferung ist damit zu rechnen, dass Assange noch weniger ein faires Verfahren und menschenwürdige Haftbedingungen zuteilkommen werden als in Großbritannien. Stattdessen spricht alles dafür, dass das Urteil in diesem politisch motivierten Verfahren bereits feststeht: lebenslange Haft.

Darum wiederholt das deutsche PEN Zentrum mit allem Nachdruck die Bitte an die Außenministerin, Bundeskanzler Olaf Scholz und die gesamte Bundesregierung: Lassen Sie es nicht zu, dass Julian Assange weiterhin von der russischen Propaganda instrumentalisiert wird! Setzen Sie sich bei den westlichen Verbündeten für ihn ein! Gewähren sie ihm politisches Asyl in Deutschland!