Die European and International Booksellers Federation (EIBF) unterstützt den Börsenverein des Deutschen Buchhandels nachdrücklich in der Kritik am Ausschluss von drei Buchhandlungen vom Deutschen Buchhandlungspreis. Diese Entscheidung, die "ohne Transparenz und ohne ordnungsgemäßes Verfahren getroffen wurde", untergrabe die Integrität des Preises und gefährde grundlegende Werte der Buchbranche.
Die EIBF führt ihre zentralen Bedenken wie folgt auf:
- Mangel an fairem Verfahren: Die Buchhandlungen wurden ausgeschlossen, ohne Gelegenheit zu erhalten, auf die Vorwürfe zu reagieren. Damit werden grundlegende Prinzipien der Fairness verletzt.
- Mangel an Transparenz: Das intransparente "Haber"-Verfahren entbehrt an Klarheit und Anfechtbarkeit und untergräbt das Vertrauen in das gesamte Auszeichnungssystem.
- Risiko für die Meinungsfreiheit: Buchhandlungen sind zentral für kulturelle Vielfalt und demokratischen Diskurs. Ausschlüsse auf Grundlage politischer Annahmen – ohne Belege – bedrohen diese grundlegenden Werte.
Weiter heißt es in der Stellungnahme, dass Buchhändler:innen ein breites Spektrum an Ideen, Perspektiven und Debatten zugänglich machen und damit zu einer pluralistischen Kulturlandschaft und einer gut informierten Gesellschaft beitragen. Das Vorhandensein bestimmter Titel müsse vor diesem Hintergrund verstanden werden.
Die Anerkennung der kulturellen Leistungen einer Buchhandlung dürfe "niemals von der möglichen politischen Ausrichtung ihres Sortiments abhängen". Die EIBF fordert den Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien daher auf, die Entscheidung zu überprüfen und die Buchhandlungen wieder als Preisträger anzuerkennen – oder nachvollziehbare Belege für den Ausschluss vorzulegen.