Bewerbungen noch bis 24. Juli möglich

Deutscher Verlagspreis: Das ist 2026 neu

10. Juli 2026
Kai-Uwe Vogt

Die Bewerbungsphase für den Deutschen Verlagspreis 2026 hat begonnen. Ein neu eingesetztes Gremium soll für mehr Transparenz sorgen und etwa bei strittigen Juryentscheidungen angerufen werden. Außerdem gibt es eine neue Preiskategorie.

Wolfram Weimer schaut ernst

Kulturstaatsminister Wolfram Weimer

Neuer Innovationspreis

 

Zum achten Mal wird der Deutsche Verlagspreis ausgeschrieben.

Wie in den vergangenen Jahren werden bis zu drei Verlage mit einem Spitzenpreis und einer Prämie von 50.000 Euro geehrt. Weitere bis zu 79 Verlage können in diesem Jahr Preise in Höhe von jeweils 18.000 Euro erhalten. Auch undotierte Gütesiegel werden vergeben und neben einem Nachhaltigkeitspreis erstmals ein Innovationspreis in Höhe von je 24.000 Euro. Zwei Millionen Euro nimmt der Bund in die Hand.

Bitte kein Streit – neues Gremium einberufen

Eine Ausschreibung wie jede andere ist es dennoch nicht – die Erinnerungen an den Eklat um den Deutschen Buchhandlungspreis 2026 sind noch zu frisch.

Staatsminister Weimer möchte eine Wiederholung des Skandals offenbar vermeiden, bei der er sich über die Entscheidung der unabhängigen Jury hinweggesetzt hatte. Dabei soll mehr Transparenz helfen. Und: Ein Gremium soll im Streitfall vermitteln, dennoch behält sich der Minister (weiterhin) das Recht vor, die Jury zu überstimmen. 

"Die Auswahl der auszuzeichnenden Verlage trifft der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) auf Grundlage der Empfehlungen der Jury. Sie bewertet und gewichtet die eingereichten Bewerbungen in einer Gesamtschau", heißt es explizit in der Ausschreibung. 

Zur fachlichen Beratung können sowohl die Jury als auch der Minister während des Auswahlprozesses "bei Bedarf" ein Gremium hinzuziehen, das mit den Partnern des Preises, dem Börsenverein des Deutschen Buchhandels und der Kurt-Wolff-Stiftung, besetzt ist. "Das weiterentwickelte Verfahren dient einer transparenten und sorgfältigen Bewertung etwaiger Fragestellungen im Auswahlprozess und stärkt den verantwortungsvollen Austausch der beteiligten Partner", wie es heißt und scheint ein Kompromiss zwischen BKM, Börsenverein und Kurt-Wolff-Stiftung zu sein.

Bewerben bis zum 24. Juli beim Deutschen Verlagspreis

Die Bewerbungsphase für den Deutschen Verlagspreis 2026 hat begonnen. Unabhängige Verlage können sich damit ab sofort für die Auszeichnung bewerben. Mit dem Preis würdigt die Bundesregierung bereits zum achten Mal "Verlage, die sich durch außergewöhnliche Programme, ein spezielles kulturelles Engagement sowie innovative Projekte oder die besondere Qualität ihrer verlegerischen Arbeit auszeichnen."

Allzu viel Zeit zum Bewerben bleibt aber nicht: Bewerbungen für den Deutschen Verlagspreis 2026 sind bis zum 24. Juli 2026 unter www.deutscher-verlagspreis.de einzureichen. Die Teilnahmebedingungen sind abrufbar unter www.deutscher-verlagspreis.de/teilnahme.

Die Preisverleihung wird am 9. Oktober 2026 im Rahmen der Frankfurter Buchmesse stattfinden.

Erstmals in diesem Jahr kann neben dem Nachhaltigkeitspreis ein Innovationspreis vergeben werden. In dieser Kategorie kann ein Verlag für kreative, zukunftsorientierte Maßnahmen, Projekte oder digitale Formate ausgezeichnet werden, die Impulse in die Verlagsbranche geben können. Sowohl der Nachhaltigkeitspreis als auch der Innovationspreis sind mit jeweils 24.000 Euro dotiert.

Staatsminister Weimer erklärte dazu: "Wir wollen neue Impulse in der Branche würdigen und haben deshalb mit dem Innovationspreis einen weiteren Sonderpreis eingeführt. In diesem Jahr zeichnen wir zum ersten Mal Verlage aus, die kreative digitale Wege gehen oder zukunftsweisende Modelle im Verlagswesen gestalten."

Erneut können bis zu drei Verlage mit einem Jahresumsatz von mehr als drei Millionen Euro ein undotiertes Gütesiegel erhalten.

Jörg Thadeusz übernimmt Juryvorsitz

Die Jury für den Deutschen Verlagspreis 2026 wird nach dem turnusmäßigen Ausscheiden bisheriger Jurymitglieder teilweise neu besetzt. In diesem Jahr gehören Alexander Cammann, Isabel Fargo Cole, Ines Dettmann, Katharina Holzmann, Prof. Dr. Friedhelm Marx und Deniz Utlu dem Fachgremium an. Den Vorsitz der Jury übernimmt der Journalist, Moderator und Autor Jörg Thadeusz.