US-amerikanische Unternehmen kaufen offenbar im deutschsprachigen Raum massenhaft antiquarische Bücher auf, um ihre KI-Modelle zu trainieren. Der SWR hat dazu mit dem Tübinger Antiquar Roger Sonnewald gesprochen. In Foren melden Antiquariate auffällige Großbestellungen, unter anderem vom Unternehmen Zoom Books. Die Bücher würden eingescannt und danach mutmaßlich entsorgt. Sonnewald warnt vor dem Verlust von Kulturgut.
Die Arbeitsgemeinschaft von Jugendbuchverlagen, kurz avj, kritisiert geplante Kürzungen beim Deutschlandfunk. In einem offenen Brief warnt sie davor, Formate wie "Bücher für junge Leser" und die Bestenliste "Die besten 7" zu streichen. Das seien keine Nischen, sondern Orientierung für Eltern, Schulen, Bibliotheken und Buchhandlungen. Kinder- und Jugendbücher machten rund 20 Prozent des Buchmarktumsatzes aus. Die avj fordert, die Einsparungen zu überdenken, und bietet Gespräche über neue Formate an.
Der K.-H.-Zillmer-Verlegerpreis geht an Sebastian Guggolz. Die Karl-Heinz-Zillmer-Stiftung unter dem Dach der Hamburgischen Kulturstiftung würdigt damit seinen verlegerischen Einsatz und seinen Blick abseits des Mainstreams. Guggolz, der auch Vorsteher des Börsenvereins ist, bringt mit dem Guggolz Verlag Neuübersetzungen und Neuausgaben aus Nord- und Osteuropa heraus und holt bewusst vergessene Stimmen auf den deutschen Buchmarkt zurück. Dotiert ist der Preis mit 20.000 Euro.
Reise Know-How ist zum 1. Juli als Partnerverlag der LG Buch beigetreten. Der Bielefelder Verlag ist Gesellschafter des forum independent und rückt damit näher an die Vertriebskooperation heran. Als entscheidenden Impuls nennt Reise Know-How vor allem das LG-Buch-Projekt "MitWirkung", bei dem Mitglieder Patenschaften für Verlage übernehmen. Ziel sei es, Zusammenarbeit und Austausch mit dem unabhängigen Buchhandel weiter zu vertiefen.
Kleiner Reminder an Berliner Verlage: Für den Berliner Verlagspreis können noch bis zum 10. Juli Bewerbungen eingereicht werden. Insgesamt sind 68.000 Euro ausgeschrieben. Bewerben können sich Berliner Verlage mit bis zu 2 Millionen Euro Jahresumsatz. Ausgeschlossen sind Verlage, die mehrheitlich zu einer größeren Verlagsgruppe gehören, wenn die Gruppe insgesamt über 2 Millionen Euro Umsatz macht.