Dieses Thema hat in den letzten Tagen hohe Wellen geschlagen. Es geht um die ARD-Sendung "Druckfrisch" und ihren bekanntesten Kritiker, Denis Scheck. Ihr kennt das Ritual: Am Ende der Sendung steht Scheck an einem Förderband, kommentiert die Bestsellerliste und wirft die Bücher, die ihm nicht gefallen, medienwirksam in eine Mülltonne.
Genau das ist in der Ausgabe vom 29. März wieder passiert, und zwar mit dem Sachbuch-Bestseller "Alt genug" von Ildikó von Kürthy. Mit Schwung landete das Buch in der Tonne. Das hat eine Debatte ausgelöst, die weit über diese eine Situation hinausgeht.
Den Anstoß gab die Autorin und Kritikerin Elke Heidenreich mit einem viel beachteten Beitrag in der "Zeit". Die Überschrift allein ist schon eine Ansage: "Warum darf Denis Scheck noch immer Bücher in die Tonne werfen?". Heidenreich argumentiert, dass Scheck mit dieser Aktion nicht nur eine Autorin lächerlich mache, sondern auch "alle Frauen, die dieses Buch gelesen haben, es mögen und es auf Platz eins der Bestsellerlisten geschossen haben, als blöde Trutschen gleich mit."
Das ist ein deutlicher Vorwurf. Heidenreich stellt dabei vor allem einen, wie sie es nennt, "herablassenden Ton über Bücher von Frauen" fest. Sie zählt weitere Beispiele auf, darunter die Autorin Caroline Wahl, und bemängelt generell fehlenden Respekt in Schecks Kritiken. Sie findet, dass Gendern allein nichts bringe, wenn sich in den Köpfen nichts ändere.
Ihren eigenen Büchern sei es übrigens ähnlich ergangen, schreibt Heidenreich, geschadet habe es ihnen aber nie. Und damit kommen wir zu einem Zitat, das die Runde macht. Heidenreich schreibt über Schecks Verrisse: "Um Mitternacht vom Teleprompter abgelesene Bosheiten bewirken gar nichts. Im Guten nicht, im Schlechten nicht, dass die ARD so was seit Jahren finanziert, ist so sinn- wie stillos. Kulturauftrag sieht anders aus."
Die direkt angegriffene Autorin, Ildikó von Kürthy, hat ebenfalls in der "Zeit" geantwortet. Ihr Artikel trägt die unmissverständliche Überschrift: "Ich kann Sie nicht mehr leiden, Denis Scheck".
Auch Autorin Sophie Passmann, deren Buch in derselben Sendung in der Tonne landete, meldete sich zum Vorgang. Sie kritisierte Scheck ebenfalls und unterstellte ihm, Büchern von Frauen tendenziell mit Ablehnung zu begegnen.