Markt für grafisches Papier

Allianz gegen den Abschwung?

28. Mai 2026
Redaktion Börsenblatt

UPM und Sappi haben eine verbindliche Vereinbarung zur Gründung eines Joint Ventures für ihre europäischen Grafikpapier-Geschäftsbereiche unterzeichnet. Das zu gleichen Teilen geführte Unternehmen soll die Versorgungssicherheit in einem rückläufigen Markt stärken.

Bei der Papierherstellung läuft Papier über große Rollen im Gegenlicht

Wie die Konzerne UPM und Sappi am 28. Mai mitteilten, haben sie eine verbindliche Vereinbarung zur Gründung eines Joint Ventures im Bereich grafischer Papiere unterzeichnet. Damit wird eine bereits im Dezember 2025 bekannt gegebene Absichtserklärung in die Tat umgesetzt. Das neue Unternehmen, an dem beide Partner zu 50 Prozent beteiligt sein werden, umfasst das gesamte Geschäft von UPM Communication Papers sowie das europäische Grafikpapiergeschäft von Sappi.

Stärkung im rückläufigen Markt

Ziel der Fusion ist es, die langfristige Versorgungssicherheit für Kunden in Europa zu sichern und die Widerstandsfähigkeit der gesamten Branche zu erhöhen. "Diese verbindliche Vereinbarung ist ein wichtiger Meilenstein", erklärte UPM-CEO Massimo Reynaudo. Durch die Zusammenlegung erwarten die Partner jährliche Synergien von rund 100 Millionen Euro, die durch Optimierungen in Logistik, Produktportfolio und Beschaffung realisiert werden sollen.

Milliarden-Bewertung und Finanzierung

Die eingebrachten Geschäftsbereiche werden mit einem kombinierten Unternehmenswert von 1,42 Mrd. Euro bewertet, wobei der Anteil von UPM mit 1,1 Mrd. Euro und der von Sappi mit 320 Mio. Euro angesetzt wird. Eine externe Finanzierung in Höhe von 600 Mio. Euro sowie eine Kreditlinie über 100 Mio. Euro sind durch Banken gesichert. Bis zum Abschluss agieren beide Unternehmen weiterhin unabhängig.

Genehmigung und Zeitplan

Die Transaktion steht noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung durch die Aktionäre von Sappi Limited sowie verschiedener Kartellbehörden, darunter die Europäische Kommission. Der Vollzug des Joint Ventures wird bis Ende 2026 erwartet.