Innovation, der rote Faden des Loslegen!-Podcasts, ist ein zweischneidiges Schwert: einerseits ist sie die Ursache von Grauschwänen. Irgendjemand hat eine gute Idee und baut daraus ein Produkt, das andere trifft. Sie ist andererseits das Material der Gegenmaßnahmen. "Der Mensch ist immer am einfallsreichsten, wenn er in der Not ist." Wem es zu gut geht, der ändert nichts.
Damit Innovation entstehen kann, müssen Unternehmen laut Köglowitz zwei Dinge geben: Mut und Zeit. Konkret einen freigegebenen Anteil der Arbeitszeit, zehn, zwanzig oder fünfzig Prozent. Dazu die ausgesprochene Erlaubnis zu scheitern, auch neunzig Mal. Seine eigenen Ideen kämen ohnehin nicht am Schreibtisch, sondern beim Duschen, Rasenmähen, Holzhacken. Nach der Innovation komme die eigentliche Arbeit: Change Management. Ein sauberer Prozess nehme 60 bis 70 Prozent der Belegschaft mit. Der Rest bleibe schwierig.
Und KI? Für Köglowitz kein Grauschwan, sondern ein schwarzer Schwan. Dessen Impact habe noch gar nicht richtig begonnen. Robotik und Quantencomputing folgen. Die Gefahr sieht er nicht primär in KI-generierten Inhalten, sondern eine Stufe davor. "Wenn wir keine Leser haben, bricht das ganze Geschäftsmodell zusammen." Auch sein eigener Beraterjob könnte zu großen Teilen von einer Maschine erledigt werden, agentisch und rund um die Uhr. Das sagt er offen.
Sein Schlussappell ist deshalb weniger düster, als es klingt: hinschauen statt Augen zu, ehrlich sein, Pläne in der Schublade haben. Wer sie hat, ist im Vorteil.
Die ganze Folge zum Hören: