Zum ersten Mal traf ich Vito 1991 bei einer Führung durch den Eichborn-Verlag in der Hanauer Landstraße während meiner Zeit auf der Buchhändlerschule. Der Rundgang mit meiner Berufschulklasse (ich machte eine Ausbildung zur Buchhändlerin) fand am späten Nachmittag statt, und da saß er: die Tür seines Büros sperrangelweit offen, er telefonierte, rauchte und um ihn herum lagen Berge von Papier, Büchern und Krempel. Henning Boetius stand im Flur neben dem Kopierer, an dem ein Mitarbeiter sein Manuskript kopierte.
"Hier will ich hin!", dachte ich schon während der Führung und bewarb mich nach meiner Lehre für ein Herstellung-Praktikum … aus 3 Monaten wurden 11 Jahre. Ich blieb. Auch während meines Studiums und danach. Herstellung, Werbung, "Messebau" und schließlich Umschläge. Was ein Glück.
Ich werd’ mich immer an Vitos Lachen erinnern, wenn er sich diebisch freute oder anderer Meinung war, oder wenn er einen (mich) in Verantwortung geschubst hat, mir Aufgaben zugetraut hat, die ich mir selbst nicht zutraute. Weggelacht hat er die Bedenken. Ausprobieren, rausfinden. Er wirkte so angstfrei. Wenn er sich für etwas begeistern konnte, dann gab es kein Entkommen. Das war für mich eine unglaublich wichtige, prägende und glückliche Zeit. Dank ihm, hab ich viele tolle Menschen kennengelernt, mit ihnen arbeiten dürfen, hab so viel gelernt und gelesen, aber noch wichtiger: einige Freunde fürs Leben gefunden.
Danke lieber Vito!!
Moni Port
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