Festival

LIT:potsdam 2026 blickt ins All

16. April 2026
Redaktion Börsenblatt

Die LIT:potsdam bringt vom 30. Juni bis 5. Juli unter dem Motto "Die Sprache der Sterne" Literatur und Raumfahrt zusammen. Festivalleiter Denis Scheck stellte das Programm in einer Pressekonferenz vor. Der Vorverkauf hat begonnen.

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Die menschliche Phantasie ordnete die Sterne zu Bildern und erfand Geschichten, wie die Sterne an den Himmel kamen, so die Presseinformation: die Geburtsstunde unserer Mythen und Religionen. Die Sprache sei das älteste Werkzeug der Menschheit und Literatur ein Medium zur Erforschung von Inner Space und Outer Space. Heute, in einer Zeit, in der Raumfahrt und Astrophysik das All vermessen, kehrt die Literatur zu diesen Ursprüngen zurück – als Möglichkeit zur Erkenntnis, Imagination und Selbstbefragung.

Fixsterne der Gegenwartsliteratur

Zu den angekündigten Namen zählen Judith Hermann, Gaea Schoeters, Christoph Ransmayr, Raoul Schrott, Frank Schätzing und Florian Illies. Hermann eröffnet das Festival mit einem neuen Buch, das "Erinnerung, Herkunft und Schuld" verhandelt. Ransmayr spricht über sein Work-in-Progress "Swan oder Der Puls der Sterne" und liest aus dem "Atlas eines ängstlichen Mannes". Schrott nimmt Sternbilder als "älteste Bibliothek der Menschheit" in den Blick. Schätzing feiert in "Space Boy" David Bowie, Science-Fiction und Verwandlung. Schoeters setzt mit "Das Geschenk" einen Perspektivwechsel als Parabel auf Migration und Verantwortung. Illies beschließt das Festival mit "Träume aus Feuer" – auf der Seebühne des Hans Otto Theaters in Sichtweite der Pfaueninsel und ihrer alchemistischen Legenden.

Literatur trifft Raumfahrt: Europa im All

Besonders aktuell wird das Thema durch die Dynamik der Raumfahrt: Als realer Hintergrund wird die Artemis-II-Mission (erste bemannte Mondmission seit über 50 Jahren) aufgegriffen. Mit Samantha Cristoforetti (ESA-Astronautin, frühere ISS-Kommandantin) und Josef Aschbacher (Generaldirektor der ESA) kommen zwei zentrale europäische Stimmen der Raumfahrt nach Potsdam.

"Bücherfest für alle"

Das Programm verschränkt Disziplinen: Der Astrophysiker Heino Falcke und die Biologin und Autorin Jasmin Schreiber diskutieren über Universum und Leben, die Philosophin und Astrophysikerin Sibylle Anderl über die Prägung unseres Denkens durch den Nachthimmel. Als Höhepunkt kündigt das Festival einen großen Galaabend in der Villa Jacobs an.

Zudem öffnet sich die LIT:potsdam mit dem "Bücherfest für alle" rund um die Schiffbauergasse – mit Büchermarkt, Kurzlesungen und Gesprächen. Ein besonderes Format verbindet Literatur, Musik und Wissenschaft: In der musikalischen Lesung "Umlaufbahnen" interpretieren Harald Lesch und Klarinettistin Alexandra Gruber den preisgekrönten Roman von Samantha Harvey.

Neu: Veranstaltung in Brandenburg an der Havel und Studierenden-Rabatt

Erstmals erweitert die LIT:potsdam ihr Programm über Potsdam hinaus: In Brandenburg an der Havel liest Ulrich Woelk in der St. Johannis Kirche aus seinen Büchern und verbindet dabei literarische und wissenschaftliche Perspektiven. Mit dieser Kooperation will das Festival seine regionale Vernetzung stärken und ein neues Publikum erreichen.

Tickets sind ab sofort online und an Vorverkaufsstellen erhältlich. Neu ist ein 50%-Rabatt auf den ermäßigten Preis für Studierende. Weitere Informationen: www.litpotsdam.de.