Zahlen

Italien: Stationäre Verkäufe steigen wieder

5. August 2020
von Börsenblatt

Der italienische Buchmarkt erholt sich: Mit Stand vom 11. Juli verringerte sich der Umsatzverlust gegenüber dem Vorjahr auf ein Minus von 11% und halbierte sich fast gegenüber dem Minus von 20% mit Stand vom 18. April. 

Der Verlust halbiert sich

Eine Untersuchung des italienischen Verlegerverbands AIE auf der Datengrundlage von Nielsen und Informazioni Editoriali IE zeigt, dass in den letzten Monaten auch ein teilweiser Anstieg der Umsatzanteile von Buchhandlungen und des Großvertriebs im Vergleich zu Online-Stores zu verzeichnen ist. AIE-Präsident Ricardo Franco Levi sieht in den Daten "ermutigende Anzeichen für eine Erholung".

Der Buchmarkt hatte mit Stand 11. Juli in den verschiedenen Handelskanälen (Buchhandlungen, digitale Geschäfte, große Einzelhändler) einen Wert von 533 Millionen Euro, was ein Rückgang von 11% gegenüber dem Wert von 600 Millionen im gleichen Zeitraum des Vorjahres bedeutet. Ab dem 18. April war der kumulierte Verlust für das Jahr viel höher und betrug 20%. Dies sei laut AIE darauf zurückzuführen, dass die Italiener seit Mitte Juni wieder so viel wie im Vorjahr in Buchhandlungen und bei Filialisten gekauft haben, während die Online-Einkäufe im Vergleich zu 2019 gestiegen sind, was eine erste Aufholjagd zu den in den Vormonaten verlorenen Marktanteilen ermöglicht.
Die 1800 Online-Buchhandlungen und stationären Läden, mit denen der Servizio Classifiche di Arianna landesweit die Bestseller ermittelt (ohne Amazon), haben Daten zur Verfügung gestellt. Nachdem sie beim wöchentlichen Umsatz im März und April einen negativen Spitzenwert von minus 70% verzeichnet hatten, verkauften sie ab Mitte Juni ungefähr wieder so viel wie im Vorjahr, mit einem Höchststand von plus 2,5% in der Woche von 13. - 19. Juli. Wenn man Amazon hinzufügt, von dem der AIE allerdings keine pünktlich einlaufenden Wochendaten hat, wäre das Juni-Ergebnis Levi zufolge eindeutig positiv.

Mehr physisch, weniger online

Seit 11. Juli erholen sich die Verkäufe in den physischen Kanälen (Buchhandlungen und große Einzelhändler) und steigen im Vergleich zum 18. April von 52% auf 56%, während die Verkäufe in den Online-Shops von 48% auf 44% sinken. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres lagen die Verkäufe in den physischen Kanäle bei 70% und in den Online-Shops bei 30%. „In den nächsten Monaten werden wir feststellen, ob sich die Erholung von Buchhandlungen und großen Einzelhändlern fortsetzt oder ob die letzten Monate bei den Online-Kanälen einen Prozess der Stärkung beschleunigt haben, der schon in den vergangenen Jahren eingeleitet wurde“, resümiert Levi.