Bezahlen beim Online-Kauf

Jeder dritte Kunde bevorzugt Rechnung

14. Juli 2020
von Börsenblatt

Für knapp ein Drittel der Online-Shopper in Deutschland bleibt der Rechnungskauf die beliebteste Zahlungsart: 32,8 Prozent aller Online-Käufe wurden im vergangenen Jahr so beglichen. Das ergab die EHI-Studie "Online-Payment 2020".

Zahlungsarten beim Online-Kauf 2019

Der Rechnungskauf konnte 2019 damit im Vergleich zum Vorjahr sogar an Umsatzteilen gewinnen, fasst EHI die Ergebnisse in einer Mitteilung zusammen. "Wir konnten in der Corona-Zeit auch im E-Commerce eine Änderung des Zahlungsverhaltens feststellen, PayPal wurde verstärkt genutzt", sagt Caroline Coelsch, Zahlungsexpertin beim EHI.

Die Top 3 im Online-Payment:

  • 32,8 Prozent aller Online-Käufe wurden 2019 per Rechnung bezahlt, 1,5 Prozent mehr als noch im Vorjahr. Unter anderem Amazon.de habe für diese Zahlungsart aktiv bei seiner Kundschaft geworben.
  • PayPal belege Platz zwei der umsatzstärksten Zahlungsarten: Anteil 20,2 Prozent (0,7 Prozent Plus gegenüber dem Vorjahr). 
  • Auf dem dritten Platz befinde sich das Lastschriftverfahren mit einem Umsatzanteil von 18,3 Prozent, 1,2 Prozentpunkte weniger als im Vorjahr.

Weitere Ergebnisse der EHI-Studie: Der mobil optimierte Checkout und die Einführung von Mobile-Payment-Lösungen im E-Commerce seien Themen, mit denen sich die Onlineshop-Betreibenden aktuell beschäftigen. 2020 hätten bereits 80 Prozent der Handelsunternehmen ihren Bezahlprozess für mobile Endgeräte optimiert. Die restlichen 20 Prozent gingen das Thema gerade an.

Viele Handelsunternehmen würden die Einführung mobiler Bezahlverfahren wie Apple Pay (55 Prozent) und Google Pay (42 Prozent) in ihren Payment-Mix planen. Auch die Einführung chinesischer Bezahlverfahren wie WeChat Pay und Alipay stünden bei einigen auf der Agenda.

Veränderungen durch Corona

Die Corona-Pandemie habe im E-Commerce zu Verschiebungen im Payment-Mix geführt, das habe die zusätzliche qualitative Befragung der Handelsunternehmen ergeben. Fast zwei Drittel der befragten Händler konnten danach im Zeitraum März bis April 2020 ein verändertes Nutzerverhalten beim Onlineshopping feststellen – dabei wurde Paypal in diesem Zeitraum verstärkt von Kunden genutzt. Einige Handelsunternehmen hätten während des Lockdowns auch ihre Omnichannel-Zahlungsarten aus dem Payment-Mix entfernen müssen, beispielsweise Nachnahme.

Viele Onlineshop-Betreiber seien sich allerdings sicher, dass Kunden in Zukunft vermehrt online einkaufen werden.

Schließlich weist EHI noch darauf hin, dass trotz Corona-Krise die bevorstehende Deadline der Payment-Services-Directive 2 und starken Kundenauthentifizierung (SCA) bis zum 31. Dezember 2020 nicht von der Prioritätenliste der Händlerinnen und Händler verschwinden sollte. Ende Juni 2020 sei bekanntgegeben worden, dass die Deadline kein weiteres Mal in Deutschland verschoben wird.

Datenbasis

Die Studie "Online-Payment 2020" beinhaltet nach EHI-Angaben Daten von 107 Onlinehändler*innen (Pureplayer und Omnichannel-Handelsunternehmen) unterschiedlicher Branchen und Umsatzgrößen. Davon flossen Angaben von Handelsunternehmen mit einem Nettoumsatz in Höhe von 23,7 Milliarden Euro in die Berechnung der Marktanteile der Zahlungsarten ein. 22 Händler*innen hätten Fragen zu Auswirkungen der Corona-Krise auf das Payment in Ihrem Onlineshop beantwortet.

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