Branchen-Monitor Buch

Einstelliges Minus

17. Juni 2020
von Christina Schulte

Per Mitte Juni liegen die Umsätze im Buchhandel über alle Vertriebswege hinweg noch knapp zehn Prozent unter dem Vorjahreslevel. Kinder- und Jugendbücher können ihre Werte aus 2019 sogar toppen. Die Bilanz der Kalenderwochen 1 bis 24. 

Grafik Umsatzentwicklung 1. Januar - 14. Juni 2020

Das erste Halbjahr ist bald vorbei, die meisten Buchhandlungen haben seit fast zwei Monaten wieder geöffnet – und alle versuchen, die Umsatzeinbußen durch die Corona-Krise wettzumachen so gut es eben geht. Per Mitte Juni (Kalenderwochen 1 bis 24) weist der Branchen-Monitor Buch von Media Control für alle Absatzwege gemeinsam mittlerweile ein Minus von 9,6 Prozent aus – immerhin eine Verbesserung um 2,3 Prozentpunkte zu Ende Mai, als die Einbußen noch bei 11,9 Prozent lagen.

Eine grüne Warengruppe

In den vergangenen Wochen und Monaten stach ein Segment besonders hervor: die Kinder- und Jugendbücher, die es jetzt sogar noch geschafft haben, ihre Vorjahreswerte zu toppen. Auf ihr Konto geht ein Umsatzzuwachs von 2,1 Prozent – der einzige grüne Wert im Reigen der Warengruppen. Auch sie haben seit Ende Mai aufgeholt und zwar um 2,1 Prozentpunkte.

Kalenderwoche 1 – 24 / 2020, Umsatzanteile und Umsatzveränderung im Vergleich zum Vorjahreszeitraum in %, Durchschnittspreise in Klammern

Rückenwind bekommen die Umsätze in allen Bereichen durch den gestiegenen Durchschnittspreis der verkauften Bücher (plus 1,4 Prozent im Vorjahresvergleich). Dadurch konnte dem Rückgang bei den verkauften Mengen (minus 10,8 Prozent) zumindest etwas Widerstand entgegengesetzt werden. Kinder- und Jugendbücher profitierten von um vier Prozent höheren Preisen – bei einem Absatzrückgang von nur 1,8 Prozent. Die höchsten Preissteigerungen sind mit 5,4 Prozent bei Sozialwissenschaften, Recht, Wirtschaft zu verzeichnen.

Belletristische Titel bleiben umsatzseitig noch 8,4 Prozent hinter ihren Vergleichswerten von 2019 zurück. Die Preise dieser Bücher sind um 1,3 Prozent nach oben geklettert, während sich die verkauften Mengen um 9,6 Prozent reduziert haben. Sorgenkind sind nach wie vor die Reisebücher, die ein Drittel ihrer Umsätze eingebüßt haben.