Interview mit Wolfgang Tischer

"Man sollte nicht allzu viel labern"

23. April 2026
Kai-Uwe Vogt

Wolfgang Tischer, Gründer des literaturcafe.de, spricht im Interview über die Erfolgsfaktoren seines Schreibzeug-Podcasts, den Longtail-Effekt, die Rolle von KI für Schreibende und warum es wichtig ist, als Podcaster auch mal der "Bad Cop" zu sein.

Wolfgang Tischer mit Podcast-Mikrofon und Kopfhörern

literaturcafe.de-Herausgeber und Podcaster Wolfgang Tischer

Wolfgang, du betreibst zusammen mit Diana Hillebrand seit langem den Schreibzeug-Podcast. Was sind die Themen, die eure Hörer am meisten beschäftigen?

Wolfgang Tischer: Im Kern geht es uns darum, Autorinnen und Autoren das Handwerk des Schreibens zu vermitteln, von der Figuren-Entwicklung bis zum Plot. Gleichzeitig wollen wir die Branche erklären: Wie funktionieren Verlage, was sind die Vor- und Nachteile von Self-Publishing? Ein Highlight sind unsere regelmäßigen Schreibwettbewerbe. Es ist großartig, welche Kreativität da zu spüren ist. Bei unserem letzten Drabble-Wettbewerb zum Thema "100" kamen genau 163 Beiträge. Das ist gerade noch handhabbar, denn wir sichten und bewerten alle Einsendungen selbst. Wir wollen Juryarbeit im Literaturbetrieb transparenter machen, indem wir nicht über schlechte, sondern über gute Beiträge sprechen und erklären, was sie auszeichnet.

Vogt: Im Podcast hast du zusammen mit Diana Hillebrand eine klare Rollenaufteilung. Du bist der "Bad Cop", sie der "Good Cop". Warum ist das wichtig?

Tischer: Es ist wichtig, die Köpfe hinzuhalten und als Persönlichkeiten greifbar zu sein. Diana, die selbst schreibt, hat immer Verständnis für die Autorinnen und Autoren. Ich übernehme in meiner gewohnten Rolle als provozierender Kritiker den Part des "Bad Cop". So können sich die Hörerinnen und Hörer mit einem von uns identifizieren, und es entsteht eine gewisse Kontroverse.

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