Den Einfluss von Social Media auf das stationäre Geschäft beobachtet Melina in der Buchhandlung, in der sie weiterhin arbeitet. Eine Kollegin erzählt ihr, dass mehrere Kund:innen ein Spiel gekauft haben, das schon länger im Sortiment ist. Später habe sie gemerkt, dass das Spiel in einem Social-Media-Beitrag der Buchhandlung zu sehen ist. "Ich will nicht garantieren, dass Social Media Umsatz generiert, das ist etwas, bei dem viele falsch denken. Man hat diese Arbeit mit dem Content und das ist unfassbar viel Arbeit, aber es bringt ein Image, du gehst auf dem ganzen Markt und dem ganzen Konsum nicht unter. Du wirst gesehen und diesen Mehrwert sehen viele nicht, weil sie auf Zahlen getrimmt sind." Aus ihrer eigenen Erfahrung im Buchhandel weiß sie, dass das Erstellen von Content während der Arbeitszeit "fast unmöglich ist". Diese Lücke füllt sie mit ihrer Arbeit.
Aus Melinas Sicht essenziell sind Präsenz und Gesichter. Vor dem Blick auf die Reichweite und die Interaktion ist es zunächst wichtig, dabei zu sein. "Man muss keinen Trend neu erfinden, man muss einfach aufspringen", fasst Melina zusammen.
In ihrer Selbstständigkeit bemerkt sie ein Paradoxon, dass die Erwartung an Social-Media-Nutzende und New Adult-Lesende betrifft: "Jemand, der mit Social Media arbeitet, tut privat auch nichts anderes" und "jemand, der mit New Adult arbeitet, liest eh nichts anderes, schreibt nichts anderes und beschäftigt sich mit nichts anderem." Sie selbst beschreibt: "Seitdem ich aktiv Social Media mache, bin ich privat selten auf Social Media unterwegs."