Der Buchblog-Flaneur: die März-Kolumne

Notiz an mich: Das Buch muss ich lesen!

26. März 2026
Redaktion Börsenblatt

Es war eine Menge los März: Kulturkampf beim Deutschen Buchhandlungspreis, Buchmesse in Leipzig, lit.COLOGNE – und natürlich gab es auch in der bunten Welt der Literaturblogs wieder eine Menge zu entdecken. Hier kommen die zehn Fundstücke, die unser Kolumnist Uwe Kalkowski dort beim Flanieren gefunden hat. 

Uwe Kalkowski

Uwe Kalkowski

Feines Resümee der Juryarbeit

Bloggerin Katharina Herrmann ist Jurymitglied für den Preis der Leipziger Buchmesse - was ein Grund dafür ist, das in den letzten Monaten nur wenig geschah in ihrem Blog Kulturgeschwätz. Dafür gibt es jetzt ein feines Resümee der Juryarbeit und eine Vorstellungsrunde aller nominierten Bücher. 

Im Blog Kommunikatives Lesen beschäftigt sich Blogger Alexander Carmele detailliert und kritisch-fundiert mit der Shortlist des Preises der Leipziger Buchmesse. Vorbeischauen lohnt sich sehr. Sein Buch des Jahres 2025 war übrigens »Goldstrand« von Katerina Poladjan

Ein ganz besonderer Familienreiseführer

Ein spannendes Interview mit Matthes & Seitz-Verleger Andreas Rötzer gibt es im Blog Klappentexterin und Herr Klappentexer. Es geht darin um den Roman »Das Lied von Storch und Dromedar« von Anjet Daanje. Und um die meisterhafte Übersetzung von Ulrich Faure. Notiz an mich: Das Buch muss ich lesen. 

Gastland der diesjährigen Frankfurter Buchmesse wird Tschechien sein. Ein Grund für Bloggerin Vera Lejsek, sich in ihrem Blog glasperlenspiel13 ausführlich dem Thema zu widmen. Ein schöner Blogbeitrag ist etwa die Buchvorstellung »Familienreiseführer Prag« von Iva Petřinová und Vojtěch Šed. Dieses Werk ist etwas Besonderes: Ein Familienreiseführer als literarische Entdeckung. 

Bücher, etwas unter dem Radar

Im Blog mint & malve bespricht Eliane Fischer den dystopischen Jugendroman »1000 und ich« von Yorick Goldewijk. Klingt spannend und die Bezüge zu »Report der Magd«, »1984« oder »Do Androids Dream of Electric Sheep?« sind unübersehbar. 

Literaturkritiker Jan Drees beschäftigt sich in seinem Literaturblog Lesen mit Links ausführlich mit dem neuen Buch von Judith Hermann: »Ich möchte zurückgehen in der Zeit«. Große Leseempfehlung.

Im Blog Bookster HRO (das HRO steht für Rostock) von Stefan Härtel entdecke ich immer wieder Bücher, die etwas unter dem Radar geblieben sind. Schön. Aktuell zum Beispiel den Roman »Drift« von Kate Zambreno, erschienen im aki Verlag, übersetzt von Dorothee Elmiger. Wunderbar die Einleitung des Blogbeitrags: »Selten war das Schreiben übers Nichtschreibenkönnen so interessant, gehaltvoll und tiefschürfend wie in diesem Buch.« 

Demokratie über dem Abgrund

Eine äußerst empfehlenswerte Seite ist das Blogprojekt LiteraturWeimar - ein Forum für Gesellschaft, Literatur und Kultur in der Weimarer Republik. Eine wahre Fundgrube mit Beiträgen zu heute vergessenen Literaturschaffenden ebenso wie zu den großen Namen. Zu letzteren gehört der Inhalt des neuesten Textes, in dem es um »Schloss Gripsholm« von Kurt Tucholsky geht. Darin beschäftigt sich Blogger Jörg Mielczarek mit der Frage, warum dieses Werk nicht in seine Zeit zu passen scheint. 

Im Krimiblog Kaliber .17 rezensiert Gunnar Wolters den Kriminalroman »Die kleine Faschistin« von Jérôme Leroy. Auf der einen Seite bietet das Buch eine Menge Wortwitz und skurrile Wendungen. Auf der anderen Seite aber »bleibt dem Leser ein bitterer Beigeschmack, denn es geht im Hintergrund immer um ein zutiefst gespaltenes Frankreich, die Demokratie schwebt über dem Abgrund.«

Buchflaneur

Mal sehen, was noch alles geschieht

Im Blog Denkzeiten von Sandra von Siebenthal geht es um das Ende. Genauer gesagt um das Buch »Wie wir leben, so sterben wir« von Pema Chödrön. Und das klingt hochinteressant. 

Und in meinem eigenen Blog Kaffeehaussitzer beschäftige ich mich mit dem Eklat beim Deutschen Buchhandlungspreis - aber auch mit dem Gefühl, eine großartige Welle der Solidarität zu erleben. Mal sehen, was da noch alles geschieht, bevor wir uns in vier Wochen wiederlesen.

Bis bald. 

Über den Autor

Uwe Kalkowski ist seit über dreißig Jahren in der Buchbranche tätig und kennt sie aus verschiedenen Perspektiven: Als Buchhändler, als Absolvent des Studiengangs Verlagswirtschaft in Leipzig und als Mitarbeiter verschiedener Verlage. Seit 2019 arbeitet er für den Eichborn Verlag in Köln. Auf seinem privaten Literaturblog Kaffeehaussitzer schreibt er über Bücher und Leseerlebnisse. Als Buchblog-Flaneur stellt er monatlich zehn Fundstücke aus der Welt der Literaturblogs vor.