TV-Tipp

Papiermangel: Aktuelle Entwicklungen

6. April 2022
von Börsenblatt

Eine Sendung im MDR informierte gestern über den wachsenden Papiermangel: Fabriken für grafisches Papier werden für Verpackungen umgerüstet, in Druckereien droht Kurzarbeit - trotz voller Auftragsbücher.

Verleger Roman Pliske blättert in seinen Verlagsräumen in seinem Ordner zu Papieren 

Roman Pliske, Verleger des Mitteldeutschen Verlags in Halle, berichtet über die Auswirkungen: Da grafisches Papier zur Mangelware geworden sei, müsse er anders disponieren, für den Preis, den er für 3000 Exemplare eines Titels kalkuliert habe, bekomme er inzwischen nur noch 2000 Exemplare. "Diese Preisentwicklung und diese Lieferschwierigkeiten hatten wir noch nie", konstatiert der Geschäftsführer von Sachsendruck, Ralf Fischer, in dem sehenswerten neunminütigen Film von MDR "Umschau". Auch Buchhändlerin Ute Gebhardt (Connewitzer)  und Vertreter der Papierindustrie kommen zu Wort und berichten über die aktuellen Entwicklungen. Ein Trend: Konzerne kaufen Papierwerke auf und stellen von grafischem Papier auf Wellpappenrohpapiere für Verpackungen um - zur Sicherung des eigenen Bedarfs. Das wiederum führt zu weiteren Papier-Engpässen - bei Sachsendruck könnte es laut Fischer am Ende dazu führen, dass man trotz voller Auftragsbücher in Kurzarbeit gehen muss.

Hier geht es zur MDR-Sendung: "Papiermangel: Verlage können nicht mehr alle Bücher drucken"

Ute Gebhardt, Connewitzer Buchhandlung

Ute Gebhardt, Connewitzer Buchhandlung