Kommt es uns nur so vor oder ist der Hype dieses Jahr besonders groß? Die Shortlist für den Deutschen Buchpreis steht. Sechs Romane haben es ins Finale geschafft, ausgewählt aus 205 gesichteten Titeln. Die Jury um Sprecherin Cornelia Geißler setzt dabei auf eine große thematische und formale Bandbreite.
Shida Bazyar erzählt in "Die Lücken" von jüdischen Familien, NS-Profiteur:innen sowie kurdischen und iranischen Menschen, die in Deutschland Schutz suchen. Der Roman blickt über rund hundert Jahre deutscher Geschichte und lotet laut Jury die Grenzen des Heimatromans neu aus.
In Franziska Gänslers "Orca" geht es um die Freundschaft zweier junger Frauen, um digitale Kommunikation, Klassenunterschiede und ein Radikalisierungsszenario.
Valeria Gordeevs "Die Zikade entschlüpft ihrer goldglänzenden Hülle" verbindet gleich mehrere Perspektiven und Handlungsstränge. Der Roman spielt in Deutschland, der Ukraine und Russland und begegnet Krieg und autoritären Strukturen mit grotesken und surrealen Mitteln.
Elias Hirschls "Schleifen" führt dagegen in eine überdrehte Welt aus Sprachwissenschaft, Mathematik, Philosophie und der Suche nach der absolut gerechten Sprache.
Peggy Mädler verbindet in "Selbstregulierung des Herzens" ostdeutsche Geschichte mit der Entwicklung der Kybernetik. Dana Vowinckels "Anton und Alma" schließlich erzählt eine Liebes- und Familiengeschichte zwischen Berlin und New York, verknüpft mit Religion, Judentum, Antisemitismus und dem israelisch-palästinensischen Konflikt.
Verliehen wird der Preis am 5. Oktober zum Auftakt der Frankfurter Buchmesse.
Auch andere Preise haben schöne Listen:
Gerade wurden die Longlists zum Österreichischen Buchpreis bekannt gegeben. Insgesamt hat die Jury zehn Titel für den Buchpreis und sechs für den Debütpreis ausgewählt.
Und auch die Schweiz hat die Shortlist für den Schweizer Buchpreis verkündet: Lukas Bärfuss, Hayat Erdoğan, Yael Inokai, Sonja Sophie Kreis und Sarah Elena Müller sind noch im Rennen. Vergeben wird der Preis am 15. November im Rahmen der BuchBasel.