Podcasts als digitale Leitmedien
Der "Podcast-Boom" hält seit Jahren an. In der Süddeutschen Zeitung erschien jetzt ein Artikel, der das "neue Leitmedium" Podcasts analysiert und dessen Wirkungsmechanismen sowie möglichen Folgen beleuchtet.
Der "Podcast-Boom" hält seit Jahren an. In der Süddeutschen Zeitung erschien jetzt ein Artikel, der das "neue Leitmedium" Podcasts analysiert und dessen Wirkungsmechanismen sowie möglichen Folgen beleuchtet.
In der Süddeutschen Zeitung analysiert Philipp Bovermann den Aufstieg von Podcasts, Hörbüchern und Livestreams zu neuen digitalen Leitmedien und fragt, welche Folgen diese Verschiebung für Denken, Öffentlichkeit und Demokratie haben könne.
In der zunehmenden Präsenz von Stimmen im Alltag – oft nur halb aufmerksam gehört – sieht Bovermann folgende Gefahr: Widerspruch, Nachhaken und klare Trennungen zwischen Information und Lebenswelt träten in den Hintergrund.
Das Hören einer körperlosen Stimme schaffe emotionale Bindung und Vertrautheit, sie "durchdringt das digitale Rauschen" und lege sich als "Teppich des Gequatsches" über den Alltag. Da Podcasts sich nicht so leicht wie Texte durchsuchen lassen, könne darin "viel Unsinn durchrutschen" und Aussagen oft unwidersprochen bleiben. Bovermann deutet den Trend als Rückkehr einer "neuen Oralität" und sieht darin "Konsequenzen für das Denken, individuell und gesamtgesellschaftlich".