"Der Raub" von Cord Aschenbrenner, ein eindrückliches Buch über die Enteignung und Vertreibung jüdischer Geschäftsleute am Neuen Wall in Hamburg, wurde ebenfalls bei CPI gedruckt, entstand jedoch komplett inhouse. Als Einbandmaterial fand hier ein Strukturpapier von Peyer Verwendung, das neben der handschmeichelnden Haptik auch nachhaltiger als eine Glanz- oder Mattfolienkaschierung – und trotz der Offenporigkeit exzellent bedruckbar ist. Vorsatz und Nachsatz sind mit Übersichtskarten bedruckt. "Der Raub", im Auftrag der Evangelischen Akademie der Nordkirche herausgegeben, sollte ursprünglich als kleine, 80-seitige Broschur erscheinen. Die historischen Fotos, die jetzt freigestellt auf schwarzem oder grauem Untergrund jeweils auf extra Seiten stehen, sollten ursprünglich in den Fließtext eingeklinkt werden. "Im Zug der Arbeit mit Manuskript und Bildmaterial haben wir entschieden, aus der Broschüre ein 'richtiges' Hardcover zu machen", erinnert sich Michel Kreuz. "Damals dachte noch keiner daran, dass wir das mal einreichen." Dieser Mut, das ist das Tolle an der Geschichte, wurde belohnt: Inzwischen liegt "Der Raub" – freilich ohne Lesebändchen – in zweiter Auflage vor. Das Buch wurde zusätzlich für Hamburg lesen, den Wettbewerb der Staatsbibliothek, nominiert – und avancierte im Buchhandel der Hansestadt zum Überraschungserfolg. "In vielen Läden liegt es, anderthalb Jahre nach Erschienen, noch immer am Stapel in Kassennähe." Dass es sich bei beiden Büchern um ausgesprochene Schmuckstücke handelt, dürfte nicht wenig zu diesem – im Wortsinn! – schönen Erfolg beigetragen haben.
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