In den beiden öffentlichen Vorlesungen, die das Literarische Zentrum Göttingen gemeinsam mit dem Seminar für Deutsche Philologie veranstaltet, lässt Dominik Graf die Zuhörenden unmittelbar an seinen Ideen und poetologischen Überlegungen teilhaben. Die Laudatio hält der Filmwissenschaftler und Graf-Experte Felix Lenz, teilt das Literarische Zentrum Göttingen mit.
Kaum ein deutscher Regisseur habe das Spannungsfeld zwischen individuellem Erzählen und industriellen Bedingungen so beharrlich und listenreich ausgelotet wie Dominik Graf. Sein Werk zeichne sich aus durch erzählerische Präzision, kritische Selbstbefragung und ein feines Gespür für kulturelle Zusammenhänge. Seit den 1980er-Jahren hat er mit Arbeiten wie "Die Katze" (1988), "Der Felsen" (2002), "Die geliebten Schwestern" (2014), "Fabian oder der Gang vor die Hunde" (2021) oder der vielbeachteten Serie "Im Angesicht des Verbrechens" (2010) ein Werk geschaffen, das stilprägend für den deutschen Film wirkte. Auch seine legendären Beiträge zum "Tatort" und "Polizeiruf 110" würden sich weniger als Auftragsarbeiten denn als fortgesetzte Erkundungen filmischer Autorschaft verstehen.
In seinen zwei Poetikvorlesungen am 4. und 5. Februar, jeweils um 20 Uhr im Adam-von-Trott-Saal in der Alten Mensa, fragt Dominik Graf – ausgehend von der eigenen Filmografie – wie viel individuelle Handschrift in einem System aus Zeitgeist, Förderlogiken und Produktionszwängen noch möglich ist, welche Spielräume ein ästhetisch wagemutiges Kino heute noch hat, und er zeigt auf, welche Leerstellen er in der Film- und Kinolandschaft ausmacht.
Veranstaltungsdetails:
Datum: Mittwoch, 4. Februar 2026 und Donnerstag, 5. Februar 2026
Uhrzeit: 20 Uhr
Einlass: 19:30 Uhr
Ort: Adam-von-Trott-Saal in der Alten Mensa der Universität, Wilhelmsplatz 3, 37073 Göttingen
Eintritt: Der Eintritt ist frei