Iudicium Verlag wurde in Tokio ausgezeichnet
Der Münchner Iudicium Verlag hat in Tokio den Japan Foundation Award erhalten – und damit zum ersten Mal ein Verlag außerhalb Japans.
Aimee Dornier bei der Preisverleihung in Tokio
Der Münchner Iudicium Verlag hat in Tokio den Japan Foundation Award erhalten – und damit zum ersten Mal ein Verlag außerhalb Japans.
Aimee Dornier bei der Preisverleihung in Tokio
Das teilte der Iudicium Verlag mit. In der Begründung der Jury heißt es: "In Anerkennung Ihrer herausragenden Leistungen verleiht Ihnen die Japan Foundation hiermit den Japan Foundation Award. Seit Ihrer Gründung im Jahr 1983 haben Sie sich mehr als vier Jahrzehnte lang der Förderung des wissenschaftlichen Austauschs zwischen Ostasien und dem deutschsprachigen Raum, insbesondere zwischen Japan und Deutschland, durch Veröffentlichungen in den Bereichen Japanologie, Ostasienwissenschaften, Germanistik und Deutsch als Fremdsprache verschrieben. Darüber hinaus haben Sie ein umfangreiches Werk geschaffen, das von literarischen Übersetzungen über wissenschaftliche Monografien bis hin zu Wörterbüchern reicht. Als führende Plattform der Ostasienwissenschaften im deutschsprachigen Raum hat Ihr beständiger Beitrag zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung und des gegenseitigen kulturellen Verständnisses breite Anerkennung gefunden."
Zudem hebt die Jury das unermüdliche Engagement des Verlags für die Veröffentlichung von Werken von außergewöhnlicher wissenschaftlicher Qualität hervor – darunter das ein Vierteljahrhundert währende Engagement für die Erstellung und Herausgabe des monumentalen "Großen japanisch-deutschen Wörterbuches". Hinzu kämen wissenschaftliche Monografien von Japanologen, Fachzeitschriften und Tagungsbände. Der Verlag habe einen herausragenden Beitrag zum internationalen wissenschaftlichen und kulturellen Austausch geleistet.
"Als ich die gute Nachricht erhalten und die Erklärung der Jury gelesen habe, war ich zutiefst gerührt und dankbar für diese wunderbare Anerkennung unserer Verlagstätigkeit", sagte Verlegerin Aimée Dornier vor der Preisverleihung in einem Interview mit der Lindauer Zeitung. Auf der anderen Seite sei die Auszeichnung aber auch verbunden mit dem Gefühl, durch die Annahme des Preises eine Art Versprechen abzugeben, auch zukünftig diese wichtige Vermittlerrolle erfolgreich weiterzuführen. "Tatsächlich ist es ein sehr schwieriges Geschäftsfeld, das Publizieren an sich und das wissenschaftliche Publizieren im Besonderen. Die Zukunft der kleinen Wissenschaftsverlage ist mehr als unsicher. Gerade aus diesem Grund finde ich es ganz besonders wichtig, dass wir als kleiner Wissenschaftsverlag ausgezeichnet werden. Der Preis macht uns auch Mut und Hoffnung in schwierigen Zeiten."
Der Iudicium Verlag wurde 1983 von dem Germanisten und Japanforscher Peter K. Kapitza gegründet. Aimée Dornier kam 2002 zum Verlag, 2016 übernahm sie ihn dann.
Die Übergabe der Urkunde an Aimee Dornier
Die Japan Foundation (JF) verleiht seit 1973 die Japan Foundation Awards an Einzelpersonen und Organisationen, die durch akademische, künstlerische und andere kulturelle Aktivitäten einen bedeutenden Beitrag zur Förderung des internationalen Verständnisses und der Freundschaft zwischen Japan und anderen Ländern geleistet haben.
Für 2026, in dem die Auszeichnungen zum 53. Mal verliehen werden, gingen 86 Nominierungen von Experten aus verschiedenen Fachgebieten im In- und Ausland sowie aus der breiten Öffentlichkeit ein. Nach einer Vorauswahl durch ein Fachgremium wurden drei Preisträger ausgewählt – neben dem Iudicium Verlag auch der Unternehmer und Kunstförderer Soichiro Fukutake sowie das Architekturbüro SANAA. Die Preisverleihung fand am 21. Oktober statt.
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