Auszeichnung

Media Coalition erhält ersten IPA-Preis für Meinungsfreiheit

7. Oktober 2026
Redaktion Börsenblatt

Die International Publishers Association (IPA) hat ihren neuen "Freedom of Expression Defenders Award" auf der Frankfurter Buchmesse an die US-amerikanische Media Coalition überreicht. Die Initiative kämpft seit 1973 juristisch gegen Zensur.

Die International Publishers Association (IPA) hat die US-amerikanische Media Coalition mit dem erstmals vergebenen IPA Freedom of Expression Defenders Award ausgezeichnet. Der Preis würdigt Initiativen, die sich für Meinungsfreiheit sowie die Freiheit zu publizieren und zu lesen einsetzen. Die Verleihung fand am 7. Oktober auf der Frankfurter Buchmesse statt, teilt die IPA mit.

"Freiheiten, die alle Menschen im Buchsektor verbinden"

"Die Freiheit der Meinungsäußerung, die Publikationsfreiheit und die Freiheit zu lesen sind eine Dreieinigkeit von Freiheiten, die alle Menschen im Buchsektor verbindet", sagte Gvantsa Jobava, Präsidentin der International Publishers Association. Es sei daher passend, die erste Preisträgerin im Kreis der Kolleginnen und Kollegen aus der Buchbranche auf der Frankfurter Buchmesse zu feiern. Die Inspiration durch die Media Coalition und die weiteren Finalisten müsse in die jeweiligen Länder getragen werden, so Jobava. Zugleich gelte es, sich verstärkt für diese Freiheiten einzusetzen – nicht nur im Buchsektor, sondern in der gesamten Gesellschaft.

"Media Coalition sollte anderen als Inspiration dienen"

Jessica Sänger, Vorsitzende des IPA-Ausschusses für die Freiheit des Publizierens, ergänzte: Die Media Coalition ist ein Paradebeispiel für die Art von Initiative, die wir mit diesem Preis würdigen möchten. Sie wurde in einem Land gegründet, in dem die verfassungsrechtlichen Garantien stark sind, bringt jedoch ein breites Spektrum von Organisationen zusammen, um wachsam zu bleiben und sich bei Bedarf gegen die Aushöhlung der Meinungsfreiheit zu wehren."

Die Media Coalition habe sich über viele Jahre engagiert, sorgfältig gearbeitet und kontinuierlich Erfolge erzielt. Dabei habe sie nicht das Rampenlicht gesucht. "Wir glauben jedoch, dass die Media Coalition anderen als Inspiration dienen sollte", sagte Sänger.

Seit 1973 gegen Zensur

David Horowitz, geschäftsführender Direktor der Media Coalition, nahm die Auszeichnung im Namen der Mitgliedsorganisationen entgegen. Er dankte der IPA für die Würdigung und hob insbesondere die Association of American Publishers (AAP) und deren Präsidentin und CEO Maria Pallante hervor, die die Media Coalition für den Preis nominiert hatte.

Die Koalition wurde 1973 gegründet, um Organisationen aus den Bereichen Verlagswesen, Buchhandel, Autorschaft, Bibliotheken und weiteren Medien zusammenzubringen. Gemeinsam treten sie gegen Zensur ein. Die Zusammenarbeit als gemeinsame Kraft sowie die juristische Expertise der beteiligten Organisationen hätten es der Media Coalition ermöglicht, in zahlreichen Verfahren zur Verteidigung der Meinungsfreiheit Erfolge zu erzielen, so Horowitz.

Die Auszeichnung sei ein Beleg für die Stärke der dauerhaften und zugleich wandelbaren Koalition. Zugleich sei sie eine wichtige Ermutigung, den Einsatz für die Meinungsfreiheit in einem zunehmend schwierigen Umfeld fortzusetzen.

Die Media Coalition unterstützt die Verteidigung der Meinungsfreiheit vor US-amerikanischen Gerichten, darunter auch vor dem Supreme Court. In den vergangenen Jahren sei ihre Arbeit angesichts zahlreicher Anfechtungen auf Bundesstaatenebene noch wichtiger geworden. Diese zielten darauf, die verfassungsrechtlich geschützten Freiheiten zu publizieren, zu schreiben und zu lesen einzuschränken.

Zu den Mitgliedern gehören unter anderem:

  • die Association of American Publishers (AAP)
  • die Independent Book Publishers Association
  • American Booksellers for Free Expression
  • die Authors Guild
  • der Comic Book Legal Defense Fund
  • die Entertainment Software Association
  • die Freedom to Read Foundation, die Bibliotheken und Bibliothekarinnen und Bibliothekare vertritt
  • die Motion Picture Association

Ihr Ziel beschreibt die Organisation als Verteidigung des "Rechts der amerikanischen Öffentlichkeit aus dem ersten Verfassungszusatz auf Zugang zu einem möglichst breiten Spektrum an Informationen, Meinungen und Unterhaltung".

Dass die Media Coalition mit einem kleinen Team und einem gemeinnützigen Budget arbeite, mache ihre Leistungen besonders bemerkenswert, heißt es weiter.