Auszeichnung für Lyrik

Nadja Küchenmeister erhält Peter-Huchel-Preis

26. Januar 2026
Redaktion Börsenblatt

Für ihren Gedichtband "Der Große Wagen" wird die Nadja Küchenmeister mit dem Peter-Huchel-Preis für deutschsprachige Lyrik 2026 geehrt. Ihre Gefühlsstudien entfalten "prägnant, eindringlich, anspielungssicher und präzise (...) Nähe und Menschlichkeit", urteilte die Jury.

Porträtfoto von Nadja Küchenmeister

Nadja Küchenmeister

Das teilt der SWR mit, der die Auszeichnung zusammen mit dem Land Baden-Württemberg vergibt. Die Jury würdigte in ihrer Sitzung am 23. und 24. Januar 2026 den im Schöffling Verlag erschienenen Gedichtband "Der Große Wagen" von der 1981 in Berlin geborenen und in Berlin lebenden Lyrikerin Nadja Küchenmeister als herausragende Neuerscheinung des Jahres 2025.

In der Jury-Begründung heißt es: "Im Zeichen des weitleuchtenden Sternbilds blendet Nadja Küchenmeisters Langgedicht 'Der Große Wagen' drei Szenarien ineinander: Das Wuhletal steht für den Abschied von den Eltern. Köln inszeniert die Dichterin als transitorischen Berufsort, der sich als stetes Willkommen und Abschied definiert. Lissabon, als wäre es die Stadt eines bis heute nachhallenden Erdbebens, wird zum Schauplatz einer Liebe, die auf unergründliche Weise aus den Fugen gerät. Prägnant, eindringlich, anspielungssicher und präzise entfalten Küchenmeisters Gefühlsstudien Nähe und Menschlichkeit. Seite für Seite fügen sich je exakt acht reimlose Dreizeiler zu weitgespannten Bilderbögen. Orientierung bietet stets der Blick zum sternenklar Leuchtenden. Mit den Worten 'ich sehe den großen Wagen und alles, was war' setzt Küchenmeisters Band ein, und noch in Lissabon scheint zukunftsversprechend: 'über dem tejo / aufgespannt der große wagen'."

Zum Peter-Huchel-Preis für deutschsprachige Lyrik:

Der vom Land Baden-Württemberg und dem Südwestrundfunk gestiftete Peter-Huchel-Preis für deutschsprachige Lyrik wird seit 1984 für ein herausragendes lyrisches Werk des vergangenen Jahres verliehen. Der Preis erinnert an den Namensgeber Peter Huchel (geb. 1903 in Groß-Lichterfelde bei Berlin), den bedeutenden Lyriker und langjährigen Chefredakteur der Literaturzeitschrift "Sinn und Form". Huchel starb am 30. April 1981 in Staufen im Breisgau.

Die unabhängige Jury bestand in diesem Jahr aus folgenden sieben Autor:innen, Literaturkritiker:innen und -wissenschaftler:innen: Alexandru Bulucz (Berlin), Gregor Dotzauer (Berlin), Maren Jäger (Berlin), Christian Metz (Aachen), Holger Pils (München), Brigitte Schwens-Harrant (Wien) sowie Lara Sielmann (Berlin). Den Vorsitz hat Frank Hertweck (Südwestrundfunk), den stellvertretenden Vorsitz Ariane Limberg (Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg)..

Der mit 15.000 Euro dotierte Peter-Huchel-Preis wird am 10. April in Staufen verliehen, wo Peter Huchel seit seiner Ausreise aus der DDR 1971 lebte. Zu den bisherigen Preisträger:innen gehören u. a. Michael Krüger, Raoul Schrott, Uljana Wolf, Monika Rinck und Olga Martynova.

Informationen zum Peter-Huchel-Preis: www.peter-huchel-preis.de