Gstreins Prosa handele vom Nicht-Auslotbaren, Nicht-Fixierbaren des Lebens – im Kontext der historischen Zerwürfnisse und Katastrophen des 20. und 21. Jahrhunderts. Beispiel- und meisterhaft würden diese Erzählstränge in Gstreins aktuellem Roman "Im ersten Licht" (2026) zusammengebunden, "der als großes Antikriegsbuch und als Erörterung der Schuld, die Menschen willentlich oder unwillentlich auf sich laden, zu lesen ist". Nicht zuletzt gelte es, in Norbert Gstrein einen Autor zu ehren, dessen Texte von einer gedanklichen Klarheit und stilistischen Brillanz geprägt seien, wie man sie in der gegenwärtigen deutschsprachigen Literatur nur sehr selten finde.
Norbert Gstrein, 1961 in Tirol geboren, lebt in Hamburg. Er erhielt u.a. den Alfred-Döblin Preis, den Literaturpreis der Konrad-Adenauer-Stiftung, den Uwe-Johnson-Preis, den Österreichischen Buchpreis 2019, den Düsseldorfer Literaturpreis und den Thomas-Mann-Preis. Bei Hanser erschienen "Die Winter im Süden" (Roman, 2008), "Die englischen Jahre" (Roman, Neuausgabe 2008), "Das Handwerk des Tötens" (Roman, Neuausgabe 2010), "Die ganze Wahrheit" (Roman, 2010), "In der Luft" (Erzählungen, Neuausgabe 2011), "Eine Ahnung vom Anfang" (Roman, 2013), "In der freien Welt" (Roman, 2016), "Die kommenden Jahre" (Roman, 2018), "Als ich jung war" (Roman, 2019), "Der zweite Jakob" (Roman, 2021), mit dem er für den Deutschen Buchpreis nominiert war, sowie zuletzt "Vier Tage, drei Nächte" (Roman, 2022) und "Mehr als nur ein Fremder" (2023). Im Frühjahr 2026 erschien sein neuester Roman "Im ersten Licht".