Bayerischer Buchpreis 2021

"Sprachgewaltig, bildstark und von großer Poesie"

12. November 2021
von Börsenblatt

Der Bayerische Buchpreis 2021 geht in diesem Jahr an Emine Sevgi Özdamar und Helge Hesse. Ebenso verliehen wurde der Bayern 2-Publikumspreis. Das Publikum konnte aus fünf Bestsellern aus bayerischen Buchhandlungen abstimmen.

Von links nach rechts: Helge Hesse, Emine Sevgi Özdamar, Frank Schätzing, Kunstminister Bernd Sibler

Der Bayerische Buchpreis wird in zwei Kategorien vergeben. Am Donnerstagabend entschied die Jury live und vor geladenem Publikum sowie in Anwesenheit der nominierten Autor*innen über die Preisträgerin. Emine Sevgi Özdamar wird für ihren Roman „Ein von Schatten begrenzter Raum“ (Suhrkamp) mit dem Bayerischen Buchpreis in der Kategorie Belletristik ausgezeichnet. Sie setzte sich damit gegen Jenny Erpenbecks „Kairos“ und „Spitzenreiterinnen“ von Jovana Reisinger durch.

In der Kategorie Sachbuch wurde sich für Helge Hesse und sein Buch „Die Welt neu beginnen. Leben in Zeiten des Aufbruchs 1775 – 1700“ (Reclam) entschieden. 

„Helge Hesse erzählt in ‚Die Welt neu beginnen‘ die Geschichte eines aufregenden Vierteljahrhunderts und lässt die Protagonisten der Jahre 1775 bis 1799 überzeugend auftreten und verknüpft politische Geschichte mit Alltags- und Wissenschaftsgeschichte. Emine Sevgi Özdamars Buch ‚Ein von Schatten begrenzter Raum‘ ist ein Solitär, sprachgewaltig, bildstark und von großer Poesie. Eine Liebeserklärung an die europäische Kultur, das Memoir einer Unerschütterlichen‘, begründet die Jury ihre Entscheidung.

Der Jury gehören in diesem Jahr neben Sonja Zekri, Redakteurin der Süddeutschen Zeitung, die den Vorsitz innehatte, Rainer Moritz, Leiter des Literaturhauses Hamburg, und Knut Cordsen, Kulturredakteur des Bayerischen Rundfunks, an.

Die Preisträgerin und der Preisträger erhalten jeweils 10.000 Euro sowie eine Preisfigur aus Nymphenburger Porzellan in Form eines Löwen.

Die Jury: Knut Cordsen, Sonja Zekri, Rainer Moritz

Zudem ehrte Markus Söder an diesem Abend Frank Schätzing mit dem „Ehrenpreis des Bayerischen Ministerpräsidenten“. In seiner Laudatio sagte er: „Frank Schätzing ist einer der erfolgreichsten deutschsprachigen Autoren unserer Zeit und ich selbst bin bekennender Fan. Nicht nur Romane, wie sein hervorragendes Meisterwerk ‚Der Schwarm‘ haben die Leser begeistert. Er schafft es, auch in Sachbüchern Themen aufzugreifen, die die Menschen bewegen.“ Sein neustes Werk greife beispielsweise unser drängendstes Zukunftsthema auf, die Klimakrise. „Frank Schätzing gelingt es, Wissenschaft und Science-Fiction dramaturgisch so zu verbinden, dass die Leser jede Seite geradezu verschlingen. Zugleich ist Frank Schätzing eine spannende Persönlichkeit, die sich nicht scheut, klar Position zu beziehen.“

Übergeben wurde ihm die Auszeichnung durch Kunstminister Bernd Sibler, der Markus Söder vertrat. „Ich freue mich sehr, dass ich bei der Verleihung des Bayerischen Buchpreises live anwesend sein konnte. Er unterstreicht die Bedeutung Bayerns als Verlagsstandort und schafft nicht nur Aufmerksamkeit für deutschsprachige Autorinnen und Autoren, sondern gleichfalls für das Lesen an sich sowie das Leitmedium Buch.“

Vergeben wurde an dem Abend auch der Bayern 2-Publikumspreis. Interessierte waren in den vergangenen fünf Wochen aufgerufen, über ihr Lieblingsbuch des Jahres abzustimmen. Fünf Bücher, allesamt Bestseller in den bayerischen Buchhandlungen, standen zur Wahl. Es gewann „Über Menschen“ von Juli Zeh (Luchterhand).

Die gesamte Preisverleihung, die in der Allerheiligen-Hofkirche in München stattfand, wurde live im Radio auf Bayern 2 sowie im Internet unter br.de/kultur übertragen. Sie ist auch als Podcast in der Mediathek des Bayerischen Rundfunks abrufbar.

Der Bayerische Buchpreis wurde in diesem Jahr zum achten Mal vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels - Landesverband Bayern vergeben und gefördert von der Bayerischen Staatskanzlei.