Uwe Wittstock sorgt für eine Premiere
Uwe Wittstock wird für sein Buch "Marseille 1940" mit dem Literaturpreis der französischen Résistancekämpfer 2025 geehrt. Damit geht die Auszeichnung erstmals an einen deutschen Autor.
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Uwe Wittstock wird für sein Buch "Marseille 1940" mit dem Literaturpreis der französischen Résistancekämpfer 2025 geehrt. Damit geht die Auszeichnung erstmals an einen deutschen Autor.
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In "Marseille 1940" (C.H. Beck) erzählt Uwe Wittstock von der Flucht deutschsprachiger Schriftstellerinnen und Schriftsteller vor Hitler während des Zweiten Weltkriegs und ihren amerikanisch-französischen Fluchthelfern. Dafür erhält er die Auszeichnung "CAR – Souvenir Français – Ordre de la Libération", wie der Münchner Verlag mitteilt. Die französische Ausgabe "Marseille 1940. Quand la littérature s’évade" ist 2025 in Lizenz bei Grasset (übersetzt ins Französische von Olivier Mannoni) erschienen.
"Dieses wie ein Roman geschriebene Geschichtsbuch ist zugleich die Biografie eines ebenso außergewöhnlichen wie unbekannten Helden – den amerikanischen Journalisten Varian Fry, der an der Spitze des Hilfskomitees stand, das Tausende von Menschenleben durch die Vergabe von Visa rettete –, und eine Porträtgalerie, in der man den größten intellektuellen und künstlerischen Persönlichkeiten der damaligen Zeit begegnet – Hannah Arendt, Walter Benjamin, Heinrich Mann, Anna Seghers, André Breton, Max Ernst oder auch Chagall", führt die Mitteilung der Preisstifter aus. Gleichzeitig verwandele sich die Stadt Marseille durch die Zusammenarbeit, die Verabschiedung von antijüdischen Maßnahmen und die Verschärfung der polizeilichen Überwachung in eine Freiluftfalle. In diesem dramatischen Strudel ist Varian Fry der einzige Hoffnungsträger.
Die Preisentscheidung wurde von einer zwölfköpfigen Jury aus Historikern unter dem Vorsitz des Generalkontrolleurs der französischen Streitkräfte Serge Barcellini gefällt. Die Preisverleihung findet am 25. November in Paris im Palais du Luxembourg statt.
Uwe Wittstock ist Schriftsteller und Journalist und war bis 2018 Redakteur des Focus. Zuvor hat er als Literaturredakteur für die FAZ, als Lektor bei S. Fischer und als stellvertretender Feuilletonchef und Kulturkorrespondent für die Welt gearbeitet. Er wurde mit dem Theodor-Wolff-Preis für Journalismus ausgezeichnet, so die Vita auf der Website von C.H. Beck.
Dieser Preis wurde 1961 vom Comité d’action de la Résistance (CAR) ins Leben gerufen, das 1948 auf Initiative von französischen Widerstandskämpfern gegründet wurde. Er soll ein Werk für seine literarischen und historischen Qualitäten über den Widerstand, das freie Frankreich oder die Deportation auszeichnen. Le Souvenir Français, Nachfolger des CAR, führt diesen Literaturpreis seit 2016 fort. Im Jahr 2023 wurde der Ordre de la Libération Partner des Preises, der nun Prix littéraire de la Résistance CAR – Souvenir Français – Ordre de la Libération heißt. Das fasst die Mitteilung der Preisstifter zusammen. (Anm.: Diese Passage, wie das Zitat oben, übersetzt aus dem Französischen per DeepL).